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Barrierefrei promovieren!

5.000 Zeichen

Zur Veröffentlichung ist meine Arbeit auf dem Uni-Server hochgeladen worden. Auch andere Möglichkeiten hätte es gegeben, aber so kann jeder die Forschungsergebnisse nachlesen, der möchte. Speziell für Sehbehinderte erscheint mir das wichtig, denn viele Bücher bleiben ihnen verschlossen. Und meine Dissertation setzt sich schließlich mit der Buchnutzung und Lesemotivation blinder Menschen auseinander.
Bevor sie online eingestellt wurde, hatte ich noch die Aufgabe, ein Abstract zu verfassen; also eine Inhaltsangabe in maximal 5.000 Zeichen zu liefern. Und dann ging alles ganz schnell, auf dem Postweg trudelte meine Urkunde ein und jeder wollte mit mir anstoßen.
Außerdem fand ich es schön, bei einem „Science Slam“ noch einmal die Arbeit vorzustellen. Fünf Minuten bekam ich dafür und es war eine harte Nuss, diese Begrenzung einzuhalten.
Organisiert und eingeladen hatte der Promovierenden-Konvent. Zufällig kreuzten sich die Termine, sodass ich vormittags meine Schrift bei der Uni abgeben konnte und ein paar Stunden später zum „Science Slam“ ging.
In einer kleinen Runde wurde diskutiert, ohne Betreuer. Nur Doktoranden saßen zusammen und ich hatte, sozusagen als Gasthörer, meinen Bruder mitgebracht. Und jetzt rundete der „Science Slam“ die Odyssee für mich ab.

Autor: Daniela  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 28, 2020

Barrierefrei promovieren

Endlich alles hinter mir

Ich habe grünes Licht bekommen: meine Doktormutter schrieb, dass ich die Arbeit jetzt veröffentlichen dürfe. Seltsam, aber in diesem Moment, der doch eigentlich denkwürdig war, empfand ich kaum etwas. Zwar kam ein befreiendes Gefühl, endlich alles hinter mir zu haben, aber kein übersprudelndes Glück. Auch verspürte ich nicht das Bedürfnis, alle möglichen Freunde anzurufen, um ihnen die frohe Botschaft mitzuteilen. Ich telefonierte kurz mit meinen Eltern, wobei Mama lauter jubelte als ich. Dann schrieb ich Lisa, meiner Assistentin und schlug vor, sie bald einmal zum Essen einzuladen – als kleines Dankeschön. Mein Freund Oliver saß im Zimmer nebenan, als ich die E-Mail meiner Doktormutter gelesen hatte und noch ein guter Bekannter hielt sich in der Wohnung auf. Logisch, dass auch diese beiden sofort informiert waren. Aber ansonsten … Niemand. Nichts. Ich wollte einfach für mich sein, das Ergebnis in mir nachklingen lassen. Anschließend gönnte ich mir eine mehrwöchige Auszeit. Zu lange, wie ich erkennen musste, als ich die Nutzungsrechte für die Bilder einholen wollte. Und feststellte, dass für die Veröffentlichung bei der Uni manche Dinge noch geändert werden mussten. Formales Zeug, beispielsweise war das Deckblatt neu zu gestalten. Aber jetzt ist auch das alles erledigt. Und tatsächlich fühle ich es nun, Freude und vor allem: eine riesige Erleichterung! Damit ist mein Blog bei Abi fast beendet. Und ich danke allen, die ihn unterstützt haben – in der Redaktion und draußen als Leser.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2020
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 7, 2020

Barrierefrei promovieren!

Gute Sprache - Teil 2

So blieb mir nur, bei meiner Doktormutter nachzufragen. Immerhin wollte ich die Arbeit verbessern und deshalb musste ich verstehen, was daran ungenügend wirkte. Bald atmete ich auf, denn der Schreibstil war nicht grundsätzlich zum Problem geworden. Meine Doktormutter fand, dass die Formulierungen sich uneinheitlich lesen würden und darin konnte ich ihr nicht widersprechen. Manche Teile meiner Dissertation hatte ich 2012 oder 2013 verschriftlicht, in einer frühen Phase der Ausarbeitung, die restlichen Seiten später ergänzt. Aber ich gehe nie so vor, dass Kapitel, die oben im Inhaltsverzeichnis stehen, auch zuerst geschrieben werden. Also entstand ein abwechslungsreicher Text, nicht unbedingt im besten Sinn. Und danach ist es mir, warum auch immer, nicht gelungen, dieses Gefälle noch zu glätten. Erst eine Rückmeldung meiner Doktormutter führt dazu, dass ich jeden Satz noch einmal kontrolliere. Und mein Sprachgefühl reift kontinuierlich, sodass mir heute im Ausdruck nicht mehr gefällt, womit ich im Sommer 2017 einverstanden war. Außerdem hilft die zeitliche Distanz. Ich bin weniger mit dem Text verbunden, wodurch mir sofort klar wird, was unverständlich bleibt. Erklären kann ich solche Schönheitsfehler auch. Denn ich habe mich, sobald es kompliziert wurde, dicht an den Formulierungen eines Autors gehalten, dessen Beitrag für mich wichtig war. Nur darüber konnte ich begreifen, was der führende Wissenschaftler sagen wollte und den Inhalt dann in meinen Worten wiedergeben.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2019
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 16, 2019