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Barrierefrei promovieren

Was jetzt? (Teil 1)

Meinem Thema muss eine Theorie zugrunde liegen? Und wo soll ich die finden? Wo, wenn ich nicht einmal weiß, in welchen Büchern ich danach suchen kann?

Solche und ähnliche Fragen habe ich mir in den vergangenen Wochen gestellt. Der Beginn meines Dissertationsvorhabens: Ein ewiges Hin und Her.

Ich entwarf ein Konzept, das andere nur für „ein erstes Brainstorming“ hielten. Zunächst bestürzte mich das. Mir ging nicht auf, was genau ich anders machen sollte, was ich besser machen konnte. Aber ich wusste, dass ich mich umorientieren musste. Dass ich andere Bücher zu scannen und zu lesen hatte. Beispielsweise Bücher zum Thema Marktanalyse. Gesagt, getan. Aber als ich das nächste Mal Rücksprache hielt, stellte sich schnell heraus, dass sich dieser Teil meines ursprünglichen Brainstorming-Konzepts nicht zu einer Dissertation ausweiten ließ: Der Blindenbuchmarkt ist zwar erweitert worden, aber eine grundlegende Umwälzung, bei der die Arbeit ansetzen könnte, hat es ja nicht gegeben. Und ist der Blindenbuchmarkt überhaupt ein Markt? Sicher, Angebot und Nachfrage kommen auch hier zusammen. Aber es gibt über weite Strecken keinen Wettbewerb. Keine Konkurrenz. Und somit gibt es auch keine Theorie, die dazu passen würde. Aber die ist nun einmal unbedingt notwendig ... Schließlich führt eine rein deskriptiv-analytische Arbeit nicht ans Ziel.

Es überraschte mich nicht, dass ich mit einem derartigen Resultat aus der Beratung kam. Denn genau so hatte auch ich die Lage diesmal eingeschätzt. Nur, was jetzt?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 9, 2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 9, 2011

Barrierefrei promovieren

Ich schreibe, also bin ich

So heißt ein Biografie-Ratgeber von Stefan Schwidder – und so könnte zugleich mein Lebensmotto lauten. Denn in der Freizeit feile ich an verschiedenen Buchprojekten, etwa einem Skisprung-Krimi. Ich würde diese Berufung am liebsten auch zu meinem Beruf machen. Aber Vorsicht: Leben lässt sich von einer Tätigkeit als Schriftsteller nur in den allerwenigsten Fällen. Und ganz bestimmt nicht in meinem.

Stattdessen nehme ich mich in den kommenden Jahren der Herausforderung an, meine Promotion zu schreiben; wobei „schreiben“ natürlich nur einen Teil des wissenschaftlichen Arbeitens erfasst. Wer sich zu einer Doktorarbeit entschließt, der sollte jedenfalls mehr mitbringen als nur Freude am Schreiben. Keine Alternative zu sehen, reicht ebenso wenig aus. Schließlich bedeutet promovieren, sich mit einer Menge Entbehrungen zu arrangieren. Wem das zu viel ist, der findet immer einen zweiten Weg. Ich beispielsweise könnte mich bei den verschiedensten Verlagen um eine Volontariatsstelle bewerben. Vielleicht hätte ich ja Glück. Aber wäre ich dann am Ziel meiner Träume? Zufrieden sicherlich. Glücklich ... womöglich erst später. Jetzt spricht mich die Promotion am meisten an. Und das, obwohl oder auch gerade weil klar ist, dass ich den Doktortitel nur mit vollem Einsatz erlangen kann. Drei Jahre, fünf oder noch länger werde ich brauchen ... Und währenddessen immer nur das eine Thema. Daher halte ich es für ganz essentiell, Freude am Forschungsgegenstand zu haben; und eben nicht nur am Schreiben.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 28, 2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 28, 2011

Barrierefrei promovieren

Aufs Höchste orientierungslos

Lange Zeit war ich mir sicher, dass ich keinesfalls im Bereich des Blindenwesens promovieren würde. Ja, ich glaubte sogar fest daran, mich niemals an einer Doktorarbeit zu versuchen. Falsch gedacht, beide Male. Denn nun tue ich genau das: Ich arbeite an meiner Promotion, die sich mit dem Blindenwesen, genauer gesagt, mit dem Buchmarkt der Blinden beschäftigen soll.

Am Anfang steht also das Thema. Eine vage Idee. Ein Erkenntnisinteresse ohne konkretes Ziel, gleich einem körperlichen Bedürfnis. Vermutlich fühlen sich auch viele der Sehenden in dieser ersten Phase so, als wären sie plötzlich erblindet. Und als müssten sie nun, ohne jemals zuvor Mobilitätstraining gehabt zu haben, einen Weg finden. Ihn sicher entlang gehen, obwohl sie doch aufs Höchste orientierungslos sind.

Mit der Zeit verflüchtigt sich dieser Eindruck. Brainstorming hilft da schon viel weiter: Was weiß ich über das Thema? Und was will ich außerdem in Erfahrung bringen? Was ist neu daran, bisher noch nicht untersucht? Und mit welcher Methode könnte ich eine entsprechende Analyse durchführen? Welche Ergebnisse erwarte ich dabei?

Ich stelle Thesen auf. Die sind zunächst noch unscharf formuliert. Doch indem ich mich durch die aktuelle Forschungsliteratur wühle, sollten sie sich verdichten. Zugleich kann ich die zentrale Fragestellung und den Forschungsgegenstand eingrenzen, um sie schließlich beide zu präzisieren.

Schon ist das Paket geschnürt. Eigentlich ganz einfach, könnte man meinen; aber das ist es garantiert nicht.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 13, 2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 13, 2011