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Was jetzt? (Teil 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
arbeitsmarkt

31.05.2011

Die Alternative bestand in einer empirischen Untersuchung. Aber auch hier zeichneten sich schnell Schwierigkeiten ab. Denn eine quantitative Erhebung durchzuführen, das bedeutet ohne Zweifel auch, Diagramme und Tabellen zu entwerfen. Und dafür bin ich als Blinde sicher nicht geschaffen. Manchmal scheint es sogar, als gingen solche Darstellungsformen über mein räumliches und optisches Vorstellungsvermögen hinaus. Selbst Tabellen zu lesen ist ja schon umständlich, wenn man immer nur einen kleinen Ausschnit im Blick hat. Eine Zeile höchstens, vielleicht bloß eine halbe ...

Ich besuchte eine blindenspezifische Grundschule, doch da stand noch kein Datenverarbeitungs- oder Excel-Kurs in meinem Stundenplan. Später wurde ich im Gymnasium integrativ beschult, doch da kam der auch nicht mehr. Denn zusammen mit Sehenden unterrichtet zu werden, bringt mich in diesem speziellen Fach nicht weiter. Zugleich habe ich mich um die Teilnahme an einem Seminar, das sich an den Bedürfnissen von Blinden orientiert, so lange nicht gekümmert, bis es zu spät war.

Kurz gesagt: Ich bräuchte endlich einen Excel-Kurs; wenigstens! Und damit wären die Probleme noch lange nicht gelöst. Denn was könnte ich dann schon? Mit der Statistiksoftware SPSS arbeiten jedenfalls nicht. Zumindest nicht ohne große Einschränkungen, wie der Erfahrungsaustausch in der Blinden-Mailingliste STUDENT ergeben hat. Jedoch ist die Auswertung mit diesem oder einem vergleichbaren Programm bei quantitativen Studien unerlässlich.

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