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Scannen leicht gemacht

Mein Scanner arbeitet schnell? Nun ja, zumindest habe ich das lange Zeit geglaubt. Und im Grunde stimmt es ja auch. Trotzdem sitze ich heute hier und schlafe fast ein, während sich mein Scanner schwerfällig durch die Seiten quält. Mit einem Mal kommt er mir langsam vor. Und das liegt an dem Vergleichsobjekt, das in unserer Hauptbibliothek steht.

Ich habe davon erst vor wenigen Wochen erfahren. Seitdem nutze ich es immer wieder. Oder besser gesagt, lasse es nutzen. Denn ich habe, wie schon mehrfach während meines Studiums, auch für die Anfangsphase meiner Promotion wieder eine Scanassistentin bekommen können. Mit ihr treffe ich mich in der Hauptbibliothek, gebe ihr einen kleinen Stapel Bücher und einen Stick. Darauf befindet sich eine Datei, in der ich notiert habe, welche Seiten sie aus welchem Buch übertragen soll. Sie bleibt, um genau das zu tun. Und ich kann wieder gehen.

Diese Lösung hat für mich mehrere Vorteile. Zum einen ist es so nicht länger erforderlich, dass die Scanassistentin in meiner Wohnung sitzt; an meinem Schreibtisch, wo sie mit meinem Laptop arbeitet. Solange sie das tut, kann ich nichts für die Uni machen, da nun einmal nur mein Laptop mit blindenspezifischer Software ausgestattet ist.

Arbeitet die Scanassistentin hingegen in der Bibliothek, gewinne ich Zeit. Und das sogar in doppelter Hinsicht. Denn selbst wenn ich das, was sie für mich umwandelt, später noch einmal mit OCR (das ist eine automatisierte Texterkennung innerhalb von Bildern) gegenscannen muss – insgesamt schaffen wir so doch mehr Arbeit in weniger Zeit als früher.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Jun 24, 2011
Autor: Daniela
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Jun 24, 2011

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Was jetzt? (Teil 2)

Die Alternative bestand in einer empirischen Untersuchung. Aber auch hier zeichneten sich schnell Schwierigkeiten ab. Denn eine quantitative Erhebung durchzuführen, das bedeutet ohne Zweifel auch, Diagramme und Tabellen zu entwerfen. Und dafür bin ich als Blinde sicher nicht geschaffen. Manchmal scheint es sogar, als gingen solche Darstellungsformen über mein räumliches und optisches Vorstellungsvermögen hinaus. Selbst Tabellen zu lesen ist ja schon umständlich, wenn man immer nur einen kleinen Ausschnit im Blick hat. Eine Zeile höchstens, vielleicht bloß eine halbe ...

Ich besuchte eine blindenspezifische Grundschule, doch da stand noch kein Datenverarbeitungs- oder Excel-Kurs in meinem Stundenplan. Später wurde ich im Gymnasium integrativ beschult, doch da kam der auch nicht mehr. Denn zusammen mit Sehenden unterrichtet zu werden, bringt mich in diesem speziellen Fach nicht weiter. Zugleich habe ich mich um die Teilnahme an einem Seminar, das sich an den Bedürfnissen von Blinden orientiert, so lange nicht gekümmert, bis es zu spät war.

Kurz gesagt: Ich bräuchte endlich einen Excel-Kurs; wenigstens! Und damit wären die Probleme noch lange nicht gelöst. Denn was könnte ich dann schon? Mit der Statistiksoftware SPSS arbeiten jedenfalls nicht. Zumindest nicht ohne große Einschränkungen, wie der Erfahrungsaustausch in der Blinden-Mailingliste STUDENT ergeben hat. Jedoch ist die Auswertung mit diesem oder einem vergleichbaren Programm bei quantitativen Studien unerlässlich.

Autor: Daniela  |  Rubrik: arbeitsmarkt  |  May 31, 2011
Autor: Daniela
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May 31, 2011

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Was jetzt? (Teil 1)

Meinem Thema muss eine Theorie zugrunde liegen? Und wo soll ich die finden? Wo, wenn ich nicht einmal weiß, in welchen Büchern ich danach suchen kann?

Solche und ähnliche Fragen habe ich mir in den vergangenen Wochen gestellt. Der Beginn meines Dissertationsvorhabens: Ein ewiges Hin und Her.

Ich entwarf ein Konzept, das andere nur für „ein erstes Brainstorming“ hielten. Zunächst bestürzte mich das. Mir ging nicht auf, was genau ich anders machen sollte, was ich besser machen konnte. Aber ich wusste, dass ich mich umorientieren musste. Dass ich andere Bücher zu scannen und zu lesen hatte. Beispielsweise Bücher zum Thema Marktanalyse. Gesagt, getan. Aber als ich das nächste Mal Rücksprache hielt, stellte sich schnell heraus, dass sich dieser Teil meines ursprünglichen Brainstorming-Konzepts nicht zu einer Dissertation ausweiten ließ: Der Blindenbuchmarkt ist zwar erweitert worden, aber eine grundlegende Umwälzung, bei der die Arbeit ansetzen könnte, hat es ja nicht gegeben. Und ist der Blindenbuchmarkt überhaupt ein Markt? Sicher, Angebot und Nachfrage kommen auch hier zusammen. Aber es gibt über weite Strecken keinen Wettbewerb. Keine Konkurrenz. Und somit gibt es auch keine Theorie, die dazu passen würde. Aber die ist nun einmal unbedingt notwendig ... Schließlich führt eine rein deskriptiv-analytische Arbeit nicht ans Ziel.

Es überraschte mich nicht, dass ich mit einem derartigen Resultat aus der Beratung kam. Denn genau so hatte auch ich die Lage diesmal eingeschätzt. Nur, was jetzt?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 9, 2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 9, 2011