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Der Zeitfaktor

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.09.2012

Letztlich kann ich also doch zufrieden sein, denn ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin nicht faul oder auf andere Weise nachlässig. Daher verliert sich an anderen Tagen das Empfinden, versagt zu haben. „Ich habe alles gegeben. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen. Mehr kann keiner von mir erwarten.“ Nur, dass der Eindruck, falsch oder zu wenig zu arbeiten, häufig überwiegt und damit auch die Frustration immer größer wird. Eine Erinnerung gibt mir zu denken: Während der Weihnachtsferien – das muss im fünften Semester gewesen sein – lernte ich für die Zwischenprüfung in meinem Hauptfach Buchwissenschaft. Von früh am Morgen bis spät am Abend saß ich am Schreibtisch. Dankbar dafür, dass meine Mutter mir Einkaufen, Kochen und die übrigen Haushaltspflichten abnahm. Einmal am Tag las sie mir aus Ken Folletts „Die Tore der Welt“ vor. Oder ich ging mit meinem Vater spazieren. Aber ansonsten gönnte ich mir keine Pausen. Meine Eltern halfen mir, wo sie konnten, und ich ackerte, als gäbe es kein Morgen.

Heute könnte ich das nicht mehr. Fünf Stunden, dann lässt die Konzentration entscheidend nach. Und ich fürchte, ich habe mich überarbeitet. Nicht so sehr in den letzten Wochen und Monaten, sondern in früheren Jahren. Während meines Studiums vielleicht. Nach neun Semestern Absolventin zu sein, bedeutet mir viel. Aber wie lange kann ich einer solchen Beanspruchung trotzen? Und wie lange wird es noch dauern, bis ich auch den Doktortitel habe und beruflich so richtig Fahrt aufnehmen kann?

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