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Barrierefrei promovieren

Locker bleiben

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

13.02.2013

Ich kann neue Berge besteigen. Aber der Berg Promotion könnte vielleicht zu hoch sein. Und meine Doktormutter ist es, die mir das zu verstehen geben müsste. Mit ihrem Wissen und der Erfahrung würde sie erkennen, wenn ich nicht nur stolpere, sondern ein ernsthafter Sturz droht. Wenn es nicht mehr vorwärts geht.

Von dieser Gefahr bin ich tatsächlich weit entfernt. Und ich bin mir dessen auch bewusst. Doch dann habe ich wieder einen Termin mit meiner Erstbetreuerin, um die jüngsten Fortschritte zu besprechen und jedes Mal kriecht die Angst in mir hoch, dass ich dem entscheidenden Punkt doch näher gekommen sein könnte. Dass ich, ohne es selbst bemerkt zu haben, langsam, aber sicher auf einen Abgrund zuschliddere. Diese Angst nistet sich bereits Tage vorher bei mir ein und lässt sich dann nicht mehr vertreiben.

Sie ist idiotisch. Ausgesprochen irrational. Es kann ja überhaupt nicht sein, dass die gesamte Dissertation auseinanderbricht, nur weil es bei einem Abschnitt größere Probleme gibt. Und die größeren Probleme waren bisher auch nie so groß, dass sie sich nicht wieder beheben ließen. Im schlimmsten Fall setze ich mit dem Abschnitt noch einmal von Neuem an. Was doch auch kein Weltuntergang, sondern nur allzu verständlich wäre.

Aber Empfindungen fragen nicht nach der Vernunft. Sie kommen, um mir das Leben schwer zu machen. Dummerweise lasse ich mich immer schnell aus der Ruhe bringen und sehe, wo nur ein Kratzer ist, schnell einen Beinbruch. Mir fehlt die Kunst, locker zu bleiben.

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