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Nicht irgendwo im Nirgendwo versinken

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

12.03.2013

Alle drei Monate, also vier Mal im Jahr, muss ich meiner Doktormutter einen Zwischenbericht schicken. Darin steht, welche Arbeiten für den entsprechenden Zeitraum geplant waren und welche Fortschritte ich tatsächlich gemacht habe. Ich gehe auf Schwierigkeiten ein, die mich aufhalten oder vielleicht auch zurückwerfen. Ich führe Unklarheiten und offene Fragen auf, damit wir beide sehen, wo es Gesprächsbedarf gibt. Schließlich enthält der Zwischenbericht die Pläne für die nächste Etappe.

Am Anfang fand ich es lästig, immer wieder so einen Bericht zu schreiben. Ich brauche jedes Mal mehrere Stunden dafür. Und ich hatte zunächst nicht das Gefühl, dass mich diese Arbeit weiterbringt.

Aber schon bald habe ich erkannt, dass sie es doch tut. Der aktuelle Zwischenbericht dient einerseits als Grundlage für unsere Gespräche. Wenn ich mich mit meiner Betreuerin zusammensetze, können wir ihn Punkt für Punkt durchgehen. Direkt auf meine schriftliche Darstellung bezogen, bittet sie mich um weitere Erläuterungen. So behält sie einen guten Überblick über mein Projekt. Gleichzeitig kann ich mir sicher sein, dass uns nichts Wichtiges entgeht. Denn jede Frage, die ich mit ihr hatte besprechen wollen, ist auf Papier festgehalten. Und wir kommen, während wir den Zwischenbericht gemeinsam durcharbeiten, auf jeden Fall an ihr vorbei.

Aber das ist noch lange nicht alles. Denn andererseits helfen mir die Zwischenberichte, schon wenn ich sie verfasse, mich nicht irgendwo im Nirgendwo zu verlieren.

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