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Nicht irgendwo im Nirgendwo versinken (Teil 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.05.2013

Ich sitze da und lese in einem Buch, das mir für einen bestimmten Aspekt der Dissertation wichtig erscheint. Und plötzlich bleibe ich an einer Stelle hängen und denke mir: Das ist aber auch interessant. Das könnte ich doch vielleicht ... Ich besorge mir, was in der Fußnote dazu vermerkt ist. Dann lese ich weiter. Bis ich das nächste Mal auf einen Punkt stoße, der relevant sein könnte.

So entferne ich mich Schritt für Schritt vom Kern der Sache. Das passiert mit leider nicht nur bei einem Thema, zu dem ich mich informieren will, sondern bei mehreren. Immer wieder passiert es mir, dass ich Details nachgehe, obwohl sie in Wahrheit unbedeutend für meine Studie sind. Weil es mir immer noch schwer fällt, die Dinge richtig einzuschätzen. Und weil ich sichergehen möchte, nichts übersehen zu haben, das tatsächlich von Bedeutung gewesen wäre.

Häufig sind es Irrwege. Aber die Zwischenberichte an meine Doktormutter helfen mir, sie wieder zu verlassen. So können nur Tage ins Leere laufen, nicht Wochen oder Monate.

Denn einen Zwischenbericht zu schreiben, heißt automatisch, an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Da steht, welche Arbeiten geplant waren. Und von da aus schaue ich mir noch einmal an, womit ich die letzte Zeit tatsächlich verbracht habe. Wann bin ich wo abgebogen? Und warum? Im Zwischenbericht muss ich das alles darlegen. Und auf diese Weise mache ich mir auch selbst bewusst, dass ich mich längst nicht mehr dort befinde, wo ich sein sollte. Viele kleine, falsche Schritte sind am Ende ein großer. Und wenigstens der fällt mir garantiert auf.

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