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Barrierefrei promovieren

Gesunde Langeweile

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

12.06.2013

Eine Bekannte sagte zu mir: „Ist doch gut, wenn dich das Thema deiner Doktorarbeit langweilt.“ Das war vor über einem Jahr, nachdem ich monatelang Bücher zur Mediennutzung gelesen hatte. Unablässig studierte ich die vorhandenen Theorien, den Nutzen- und Belohnungsansatz und eine Menge mehr. Immer wieder dasselbe, um ja nichts zu übersehen. Mit der Zeit fand ich das ermüdend. „Aber das bedeutet, dass du die Ansätze gut kennst“, wandte meine Bekannte ein. So hatte ich die Sache bis zu diesem Zeitpunkt nicht betrachtet. Ein Gefühl von Eintönigkeit als Garantie für eine effektive oder zumindest umfassende Arbeitsweise.

„Bestimmt langweilt sich jeder einmal während seiner Promotion. Alles andere würde mich auch wundern.“ Da stimmte ich ihr zu. Trotzdem melden sich manchmal Zweifel, ob ich mich tatsächlich richtig entschieden habe. Ob nicht ein anderes Thema besser, interessanter gewesen wäre. Aber welches hätte ich dann nehmen sollen?

Lese- und Leserforschung ist definitiv ein Bereich, der mich interessiert. Und hier, wie ich im Hauptstudium festgestellt habe, vor allem die Motivationsforschung. Deshalb liege ich mit meiner Arbeit garantiert nicht falsch, auch wenn die Begeisterung phasenweise nachgelassen hat. Ich denke, bis zu einem gewissen Punkt kann ich das vertreten. Und noch bin ich zum Kern der Dissertation nicht vorgedrungen: Interviews, in denen ich blinde Menschen zu ihren Leseinteressen und dem Buchnutzungsverhalten befrage. In wenigen Wochen fange ich damit an.

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