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Tennisfieber

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

18.06.2013

Endlich war es wieder soweit: Die French Open fanden statt. In der Woche danach liefen die Gerry Weber Open in Halle. Ein Tennisturnier, zu dem ich seit Jahren fahre, und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Denn Tennis ist neben dem Schreiben meine große Leidenschaft. Vielleicht, weil ich bisher keine andere Sportart gefunden habe, wo ich als Blinde den Spielverlauf so gut verfolgen kann. Auf Erklärungen von Sehenden bin ich hier nicht angewiesen. Und ich mag die Atmosphäre, wenn sich auf verschiedenen Plätzen Matches entwickeln und, im besten Fall, die Sonne scheint.

Die Sache hat nur einen Haken: Ich falle für die Arbeit aus. Oder besser gesagt, ich nehme mir die Freiheit, in diesen Wochen kaum etwas zu tun. Von früh bis spät bin ich auf dem Feld oder höre Tennisradio. Zum Glück, könnte man sagen, gibt es Radioübertragungen nur bei den Grand-Slam-Turnieren. Und zum Glück gibt es davon nur vier Stück im Jahr. Aber die nächsten Wochen sind mit Tennis ausgefüllt.

Wenn ich aus Halle zurückkomme, ist eine Woche Pause. Danach kommt bereits Wimbledon. Wieder zwei Wochen Tennisradio. Kann ich mir das leisten? Gerade jetzt, während ich mit der Doktorarbeit hinterherhänge?

Andererseits: Wenn nicht jetzt, wann dann? In spätestens zwei Jahren möchte ich mit der Dissertation fertig sein und einer geregelten Arbeit nachgehen. Dann kann ich nicht mehr selbst entscheiden, was ich heute und was morgen erledige. Dass ich lieber am späten Abend vor dem Computer sitze, um tagsüber die Tennisübertragungen zu genießen. Deshalb mache ich das jetzt und gleiche später mit mehr Arbeit aus.

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