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Der Interviewleitfaden

Es ist nicht einfach, einen Interviewleitfaden zu entwickeln. Zuerst dachte ich noch: Gut, du setzt dich um acht Uhr hin und bis zum Mittagessen ist er fertig. Aber falsch gedacht. Ich habe schon mehrmals den Aufwand unterschätzt oder die Herausforderung, eine bestimmte Aufgabe zu meistern.

Ich schrieb zunächst alle Fragen zusammen, die mir interessant erschienen. Das stellte sich dann allerdings als wenig relevant heraus, denn die Fragen, die ich meinen Interviewpartnern stelle, sollten sich doch auf den theoretischen Rahmen meiner Dissertation beziehen. Wozu Theorien, ohne sie auch anzuwenden? Das leuchtet natürlich ein. Also bemühte ich mich, den Leitfaden anzupassen.

Damit war das Interview schon besser strukturiert, aber es reichte noch immer nicht aus. Schließlich gibt es Empfehlungen, wie so ein Leitfaden aufzubauen ist. Zum Beispiel sollte der Interviewer das Gespräch nicht mit einer Frage eröffnen, die sich mit wenigen Worten, etwa mit ja oder nein, erschöpfend beantworten lässt. Mein Proband kann nur Sicherheit bekommen, indem er frei und viel erzählt. Daher stieg ich ein mit der Frage: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Allerdings erst, nachdem ich den Leitfaden einer Dozentin vorgelegt hatte, die sich gut mit empirischer Sozialforschung auskennt. Wir besprachen ihn ausführlich und sie gab noch einige wertvolle Hinweise und Literaturtipps.

Am Ende war ich weit davon entfernt, den Interviewleitfaden in wenigen Stunden zu erarbeiten – dafür aber um eine bemerkenswerte Erfahrung reicher.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 16, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 16, 2013

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So wird es sein, in ein bis zwei Jahren

Seit beinahe fünf Semestern sitze ich nun schon im Kolloquium der Erlanger Buchwissenschaft. „Diskussion wissenschaftlicher Arbeiten und Doktorandenseminar“, so heißt es genau. Die Teilnehmer sind Mitarbeiter des Lehrstuhls und Doktoranden. Immer wieder laden wir auch auswärtige Referenten ein.

Aber in all der Zeit hat noch keiner von uns seine Dissertation beendet. Bis vor ein paar Wochen einer aus der Runde seinen Abschlussbericht präsentierte. Der Erste, der – solange ich das Kolloquium besuche – seine Doktorarbeit fertigstellen wird.

Er trug vor, wie er sein Thema bearbeitet und welche Forschungsergebnisse er erzielt hat. Ich fand das interessant und beeindruckend gleichermaßen. Rund eineinhalb Stunden redete er; die gleiche Zeit, die man bei Vorlesungen hat, um eine Sitzung zu gestalten. Und ich schätze, er hätte noch einiges mehr erzählen können. Sicher wird es mir auch einmal so gehen, denn jahrelang an einem Thema zu forschen und das dann auf 90 Minuten zu begrenzen, ist bestimmt nicht leicht.

Es war – ich kann es nicht anders sagen – ein erhebendes Gefühl, diesen Bericht zu hören. Mit großer Anerkennung zu wissen: Der hat es geschafft. Und ich werde auch so weit kommen. Ich erinnere mich, wie meine Betreuerin zu mir sagte: „Wenn Sie die Doktorarbeit abgeben, haben Sie etwas Großes geleistet.“ Vielleicht sagte sie auch: „Dann können Sie stolz auf sich sein.“ Ich fühlte es in diesem Moment. Wärme, die in meinem Bauch aufstieg und wahre Zufriedenheit. So wird es sein, in ein bis zwei Jahren.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 27, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 27, 2013

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Tennisfieber

Endlich war es wieder soweit: Die French Open fanden statt. In der Woche danach liefen die Gerry Weber Open in Halle. Ein Tennisturnier, zu dem ich seit Jahren fahre, und zwar vom ersten bis zum letzten Tag. Denn Tennis ist neben dem Schreiben meine große Leidenschaft. Vielleicht, weil ich bisher keine andere Sportart gefunden habe, wo ich als Blinde den Spielverlauf so gut verfolgen kann. Auf Erklärungen von Sehenden bin ich hier nicht angewiesen. Und ich mag die Atmosphäre, wenn sich auf verschiedenen Plätzen Matches entwickeln und, im besten Fall, die Sonne scheint.

Die Sache hat nur einen Haken: Ich falle für die Arbeit aus. Oder besser gesagt, ich nehme mir die Freiheit, in diesen Wochen kaum etwas zu tun. Von früh bis spät bin ich auf dem Feld oder höre Tennisradio. Zum Glück, könnte man sagen, gibt es Radioübertragungen nur bei den Grand-Slam-Turnieren. Und zum Glück gibt es davon nur vier Stück im Jahr. Aber die nächsten Wochen sind mit Tennis ausgefüllt.

Wenn ich aus Halle zurückkomme, ist eine Woche Pause. Danach kommt bereits Wimbledon. Wieder zwei Wochen Tennisradio. Kann ich mir das leisten? Gerade jetzt, während ich mit der Doktorarbeit hinterherhänge?

Andererseits: Wenn nicht jetzt, wann dann? In spätestens zwei Jahren möchte ich mit der Dissertation fertig sein und einer geregelten Arbeit nachgehen. Dann kann ich nicht mehr selbst entscheiden, was ich heute und was morgen erledige. Dass ich lieber am späten Abend vor dem Computer sitze, um tagsüber die Tennisübertragungen zu genießen. Deshalb mache ich das jetzt und gleiche später mit mehr Arbeit aus.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 18, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 18, 2013