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Barrierefrei promovieren

Wo das alles noch endet ...

Ich hätte ein neues Probeinterview führen können. Mit einer neuen Teilnehmerin, die ich allerdings noch finden musste. Konkret brauchte ich eine Frau, die zum einen von Geburt an blind und zum anderen mindestens 60 Jahre alt war. Auch wenn es bei den Testbefragungen eigentlich nicht erforderlich ist, die Kriterien, die ich für die Studie gewählt habe, genauso einzuhalten. Hier geht es weniger darum, wen ich befrage. Wichtig ist nur, den Interviewleitfaden zu testen: Sind alle Fragen verständlich formuliert? Ist das Thema „Lesemotivation und Buchnutzung“ in allen Punkten abgedeckt oder fallen meinen Gesprächspartnern weitere Aspekte ein, die ich berücksichtigen sollte? Und wie lange dauert so ein Interview? Mit welchen Leuten sollte ich sprechen? Wen kann ich erreichen? Und wie? Persönlich oder doch lieber am Telefon ...

Auch das sind Fragen, die mich in den letzten Wochen immer wieder beschäftigt haben. Zum Einstieg wollte ich das Kapitel über blinde Menschen in Deutschland schreiben. Ich dachte, das könnte ich an einem Tag erledigen. Aber dann wurde es kompliziert. Wie ich das schon mehrfach bei meiner Doktorarbeit feststellen musste: Punkte, von denen man im Vorfeld glaubt, dass sie sich schnell und leicht bewältigen lassen, beanspruchen plötzlich nicht Stunden, sondern Tage oder Wochen.

Gut, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber so fühlt es sich zumindest an. Ich muss Zeit investieren, die ich vorher so nicht eingeplant hatte. Also brauche ich insgesamt länger. Da frage ich mich schon, wo das alles noch endet ...

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 3, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 3, 2013

Barrierefrei promivieren!

Gelöscht (Teil 2)

Ich bereute meine Wahl, sobald mir aufging, was ich tatsächlich gelöscht hatte: das dritte Probeinterview! Aber ist es nicht wesentlich, solche Daten aufzuheben? Um nachweisen zu können, dass ich dieses Interview geführt habe, wann das war und wie es verlaufen ist? Muss ich das nicht dokumentieren? Oder genügt, was ich darüber geschrieben habe? So viel ich herausziehen konnte, habe ich noch schriftlich ausformuliert.

Außerdem – ging mir durch den Kopf – ist dieses Interview nicht Teil der Studie. Es gehört lediglich zum Pretest. Muss ich auch da die Aufnahme vorlegen können? Und wie ist es dann mit der Anonymität meiner Gesprächspartner? Wie wäre das bei den Interviews, die den Kern meiner Studie bilden? Genügt da ein Transkript? Und die Aufzeichnung reiche ich nach, falls sie jemand anfordert?

Allmählich wurde mir klar, wie wenig ich wusste über Art und Umfang der Dokumentation. Fest stand nur, dass ich ein Problem hatte. Zu diesem Interview hatte ich kein Transkript angefertigt. Es war ein Probeinterview, mit dem ich nicht vertiefend arbeiten würde. Aber wenn ich es doch noch einmal benötigte, wenn mein verfasster Text nicht ausreichen sollte?

Das Interview nachstellen, überlegte ich. Und verwarf den Gedanken wieder. Die Probandin kannte die Fragen bereits. Zum zweiten Mal das gleiche Interview mit ihr zu führen, hätte nur künstliche Reaktionen gebracht. Und außerdem nicht immer die, die beim ersten Mal von ihr gekommen waren und die mir teilweise gut geholfen hatten. Also ein neues Interview führen?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 31, 2013

Barrierefrei promovieren

Gelöscht

Gelegentlich unterlaufen mir Fehler, die mich den Kopf kosten könnten. Naja, eine unruhige Nacht bescheren sie mir auf jeden Fall. Wie neulich, nach drei Probeinterviews. Mein Diktiergerät, mit dem ich solche Aufnahmen mache, hat eine sprachgesteuerte Menüführung. Ich kann mich also nicht damit herausreden, dass ich nicht wusste, was ich tat.

Normalerweise erstelle ich bei wichtigen Dateien sofort eine Sicherheitskopie. Nur konnte ich das diesmal nicht, weil ich das Kabel, das mein Diktiergerät mit einem USB-Stick verbindet, in Erlangen hatte liegen lassen und selbst bei meinen Eltern saß.

Um die Geschichte abzukürzen: Was folgte, war eine Verkettung ungünstiger Umstände. Wenn ich auf meinem Diktiergerät „löschen“ drücke, kommt die Frage: „Sind Sie sicher, dass Sie den gewählten Titel wirklich löschen möchten?“

Meistens bin ich mir in diesem Moment unsicher, obwohl alles in Ordnung ist. Lieber noch einmal abbrechen. Lieber noch einmal nachschauen.

Auch jetzt tendierte ich zuerst in diese Richtung. Aber dann sagte ich mir: „Ach, Quatsch! Es passt doch immer!“

Ich wollte eine ältere Datei entfernen, die noch auf dem Gerät gespeichert war. Allerdings hatte ich den Fehler gemacht, für das Interview keinen neuen Titel auszuwählen. Ich hatte es aufgenommen in dem Ordner, in dem sich bereits die ältere Datei befand. Dann machte ich den Fehler, nicht noch einmal zu überprüfen, was ich da löschte. Und mein Diktiergerät löscht nicht pro Datei, sondern pro Ordner. Damit war das Interview verloren.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 23, 2013