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Welches Stipendium passt zu mir?

Meine Betreuerin legte mir nahe, dass ich mich doch bei der Eva-Schleip-Stiftung um Studienbeihilfen bewerben könnte. Eva Schleip war mit dem Präsidenten des bayerischen Landesgerichts verheiratet, dann verwitwet. Als sie 1967 starb, vererbte sie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen Teil ihres Vermögens. Damit sollten Studierende und Doktoranden gefördert werden.

Bis heute können die Bewerber 500 Euro erhalten. Einmalig, wie ich weiterhin gelesen habe, und ohne bei der Verwendung an einen bestimmten Zweck gebunden zu sein.

Die Stipendienstelle der Universität vergibt die Studienbeihilfen immer zu Beginn des Sommersemesters. Als ich darauf aufmerksam wurde, blieb nicht mehr viel Zeit, bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist. Doch die Kriterien für eine Förderung bereiteten mir Kopfzerbrechen. Zum Teil, weil ich bezweifelte, dass ich die Voraussetzungen erfüllte. Und bei manchen Punkten war ich mir nicht sicher, was die Stiftung eigentlich verlangte:

Zunächst müssen die Antragsteller bedürftig sein. Dazu heißt es: „Bedürftig sind Bewerber, wenn das nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz vom 06.06.1983, BGBl I, S. 645; 1680 - in der jeweils gültigen Fassung anrechenbare Einkommen den doppelten Freibetrag nach dem BAföG nicht übersteigt.“

Im Klartext: Ich musste mich weiter informieren. Aber das war ja erst der Anfang. Denn die Bewerber müssen außerdem ihre Herkunft aus einer gutbürgerlichen Familie darlegen; und christlich erzogen sein.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 30, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 30, 2013

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Im Stipendiendschungel

Ich schätze, fast jeder Student hat mindestens eine Veranstaltung besucht, auf der sich Stipendiengeber präsentieren. Zum Teil mit Vorträgen, zum Teil nur mit Ständen, wo man sich für ein Gespräch anstellen und Infomaterial erhalten kann. So ziehen die Studenten dann von einem zum anderen, ohne zu wissen, wer der richtige für eine Bewerbung wäre. Wenigstens hatte ich diesen Eindruck. Die Vielfalt an Angeboten fand ich verwirrend. Und in gewisser Weise schreckte mich das ab. Weil ich mir dachte: Da blickst du doch nie durch. Außerdem drängten sich so viele Studenten in der Halle, dass ich zu glauben begann, ich würde ohnehin kein Stipendium ergattern. Warum ausgerechnet ich? Warum sollten sie ausgerechnet meine Arbeit fördern? Die Arbeit einer Behinderten. Ja, auch das denke ich in solchen Situationen; obwohl es keine Rolle spielen dürfte.

In einigen Fällen bedeutet ein Stipendium, dass ich nicht nur finanzielle Unterstützung bekommen, sondern auch weitere Lehrveranstaltungen besuchen würde. In anderen Fällen verläuft der Auswahlprozess mehrstufig und kompliziert.

Parteien bieten Stipendien an, doch ich bin nicht politisch engagiert. Genauso wenig wie ich mich durch ehrenamtlichen, sozialen Einsatz ausgezeichnet habe. Mir fehlt auch die Überzeugung, regelmäßig in die Kirche zu gehen. Aber was bedeutet das jetzt? Kann ich mich trotzdem beim Evangelischen Studienwerk bewerben? Oder ist das verschwendete Zeit, wenn ich in meinem Lebenslauf nichts nachzuweisen habe, das meine Verbundenheit zur Kirche zeigt?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 17, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 17, 2013

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Wie finanziere ich das?

„Und, studiert sie noch?“, fragen die Leute immer wieder. Wegen meiner Sehbehinderung passiert es dauernd, dass sie nicht mit mir, sondern über mich sprechen, obwohl ich daneben stehe; als wäre ich nicht blind, sondern taub, und als könnte ich nicht antworten. Manchmal wende ich mich ab, um nicht schroff zu reagieren. Und der, mit dem ich gerade unterwegs bin, erklärt: „Nein, sie schreibt schon ihre Doktorarbeit.“

Dann staunen die Leute und äußern ihre Bewunderung, was mich jedes Mal verlegen macht. Bekommen alle Promotionsstudenten so viel Anerkennung? Oder liegt das vor allem an meiner Sehschwäche?

Ich denke, es trifft beides zusammen. Nicht jeder könnte seine Doktorarbeit schreiben, denn ein solches Projekt erfordert Willensstärke und Disziplin. Und ich weiß nicht, was sich Menschen, die nie wissenschaftlich gearbeitet haben, noch so alles vorstellen. Auf jeden Fall ist ihnen klar, dass eine Doktorarbeit etwas Großes ist. Dass jeder, der diese Herausforderung annimmt, viel Zeit und Aufwand investieren muss. Ich habe mich darauf eingelassen, trotz meiner Behinderung ...

Aber – und das ist der nächste Punkt – wie finanziere ich das?

Ich begegne Leuten auf der Straße, die ich kaum kenne, die mich aber trotzdem danach fragen. Will ich denn wissen, wie sie abgesichert sind?

Fest steht, dass es Möglichkeiten gibt, parallel zur Arbeit an der Dissertation auch Geld zu verdienen. Zum Beispiel als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder über ein Stipendium. Darüber werde ich in den nächsten Beiträgen berichten.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 9, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 9, 2013