interaktiv

Barrierefrei promovieren

Jetzt geht's los!

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

21.11.2013

Zweieinhalb Jahre lang habe ich mich, neben anderen Projekten, auf diesen Moment vorbereitet. Ich habe nach einem geeigneten Thema für die Dissertation gesucht, die Fragestellung entwickelt, mich in theoretische Ansätze und in die empirische Sozialforschung eingearbeitet, in Auswahl- und Auswertungsverfahren, habe ein Leitfadeninterview erstellt ...

Genauso habe ich mich lange damit beschäftigt, ein Kapitel zum Lesemediensystem zu entwerfen. Auch andere Abschnitte, zum Beispiel über frühere Studien zur Mediennutzung blinder Menschen, habe ich bereits formuliert.

Und dann bin ich endlich zum Kern meiner Arbeit vorgestoßen: zu den Interviews, die ich führen möchte. Am Sonntagabend habe ich damit angefangen. Vor dem Interview war ich nervös. Wenn ich den Überblick verliere? Oder eine Frage vergesse? Wenn es Schwierigkeiten gibt mit dem Aufnahmegerät oder mit dem Telefon? Wenn mich mein Interviewpartner irgendwie in Verlegenheit bringt? Vielleicht schaffe ich es auch nicht, die nötige Balance zwischen Distanz und Einfühlungsvermögen zu halten.

Das Gespräch dauerte eine Stunde und sieben Minuten. Es verlief angenehm, doch vor allem bekam ich das Gefühl, dass sich endlich etwas bewegt. Dass ich nicht mehr nur an meinem Schreibtisch sitze, Bücher wälze und mir den Kopf darüber zerbreche, wie es weitergehen kann. Jetzt beschäftige ich mich mit der Praxis. Spreche mit den Leuten, die etwas zu meinem Thema beizutragen haben. Das fühlt sich an wie Aufbruchstimmung. Ich empfinde Freude, aber auch Erleichterung, weil es endlich richtig losgeht.

Diesen Artikel teilen