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Was ist das Richtige für mich? (Teil 1)

Ich musste nie lange überlegen, wenn ich vor der Frage stand, wie es weitergehen sollte. Zum ersten Mal war das nach dem Abitur. Da wusste ich bereits, dass ich Buchwissenschaft studieren würde. Außerdem hatte ich mir überlegt, in den Journalismus einzusteigen. Ich fand heraus, dass es in diesem Fall besser wäre, nicht direkt Journalismus, sondern ein anderes Fach zu studieren, damit ich genügend Hintergrundwissen vorweisen konnte.

Im Bereich Politik, schlug mein Bruder vor. Und ich dachte mir: Ja, warum eigentlich nicht? Ich könnte dann bei einer Zeitungsredaktion im Bereich Politik arbeiten. Also wählte ich als zweites Fach die Politische Wissenschaft.

Nach meinem Magisterabschluss, den ich noch um Geschichte ergänzt hatte, musste ich wieder eine Entscheidung treffen. Ich konnte mir dann sehr gut vorstellen, dass ich in einem Verlag arbeiten würde. Aber ein Praktikum in einem Verlag hatte ich noch nicht gemacht. Und dann gleich das Volontariat?

Am liebsten wollte ich nun in die Lehre gehen und mein Wissen weitergeben. Das bedeutete, dass ich einen Doktortitel brauchte. Ich suchte deshalb ein Gespräch mit der Professorin, die ich als meine Betreuerin haben wollte und sie erklärte mir bald: Dissertation ja, Stelle am Lehrstuhl nein. Keine freien Plätze.

Ich weiß nicht mehr, ob ich zwei Tage überlegt habe oder fünf Minuten. Vielleicht habe ich ihr auch ganz spontan zugesagt. Am Lehrstuhl zu bleiben, auch als externe Doktorandin, könnte mir doch helfen, später eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin zu bekommen.

Schwierigkeiten, das Richtige für mich zu finden, hatte ich erst später.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 29, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 29, 2014

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Gute Freunde

Inzwischen habe ich 28 von 56 Interviews geführt, also genau die Hälfte. Und ich habe durch diese Gespräche auch zwei gute Freunde gefunden. Das ist verrückt, manchmal kann ich es selbst kaum glauben. Aber ich verstehe mich mit diesen beiden so gut, dass wir häufig telefonieren oder mailen. Mittlerweile haben wir uns auch persönlich getroffen. Seit dem ersten Kontakt sind nur ein par Wochen vergangen, aber ich kann mir kaum noch vorstellen, wie der Alltag ohne sie funktionieren sollte. Weil sie mir Kraft geben und mich für meine Projekte motivieren. Hätte ich für meine Dissertation ein anderes Thema gewählt, wäre ich ihnen nie begegnet.

Wichtig ist allerdings auch hier, eine klare Trennung einzuhalten. Erst das Interview, dann kann ich eine persönliche Beziehung aufbauen. In einem Fall bedeutete das, dass der Befragte mir am Tag nach dem Interview gefühlt fünf E-Mails schrieb. Und jede von ihnen war zwei Seiten lang.

Die Frau, die mir gleich zu Beginn eine halbe Stunde lang ihr Leben erzählte, habe ich für meine Stichprobe danach nicht mehr berücksichtigt. Denn ich will, so weit sich das realisieren lässt, sauber arbeiten. Und wenn es jemand anderen gibt, der an ihrer Stelle in meiner Auswahl stehen könnte, nehme ich besser den als Interviewpartner.

Vielleicht ist das übertrieben, doch so bekomme ich eher das Gefühl, mich richtig zu verhalten. Ich werde ruhiger, weil ich weiß, dass ich sicher und professionell agiere. Und dieses Empfinden zählt doch am Ende am meisten.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 27, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 27, 2014

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Wie weit kann ich gehen?

Manche Leute, die sich an meiner Umfrage beteiligen wollen, schreiben mir eine E-Mail. Andere rufen mich an. Und da kann es schnell einmal passieren, dass sie reden und reden, ohne wieder aufzuhören.

Bei einer Frau war das besonders intensiv. Sie erzählte mir so viel von ihrem Leben, dass ich fast schon ihre Biographie hätte schreiben können. Und das ist jetzt nicht übertrieben! Sie redete von allen möglichen Einschnitten und Wendepunkten, von tiefen Gefühlen, obwohl ich doch eigentlich nur ein paar Angaben zu ihrer Person notieren wollte. Alter, Beruf, Wohnsituation ... Nicht mehr. Doch die Frau war einsam, freute sich über einen Gesprächspartner und nutzte das so richtig aus.

Nach einer Viertelstunde deutete ich an, dass wir langsam zum Ende kommen sollten. Dass es nicht gut wäre, wenn sie mir vor dem Interview schon so viel erzählt. Aber sie erwiderte nur: „Das haben Sie doch bis dahin sowieso wieder vergessen.“

Dann redete sie weiter. Es vergingen noch einmal 15 Minuten, bis ich das Gespräch auf die radikale Weise beendete. Unvermittelt, aber entschieden. Denn ich bin doch kein Kummerkasten! Außerdem lief inzwischen ein Tennisspiel, das ich mir anschauen wollte.

So klingt das vielleicht ein bisschen hart. Aber die Frage ist doch: Wo sollte ich in so einem Fall die Grenze ziehen? Nicht nur für mich, sondern genauso aus wissenschaftlicher Sicht. Wie eng darf der Kontakt zwischen mir und meinen Interviewpartnern vor der Befragung sein? Wann ist es noch ein „sauberes“ Interview, frei von irgendwelchen Einflüssen?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 11, 2013
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 11, 2013