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Barrierefrei promovieren!

Ein gutes Team

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

12.06.2014

Ich spreche jeden an, der mir einfällt. Bitte Freunde und Bekannte, wiederum bei anderen nachzufragen. Wer könnte sich vorstellen, Interviews für mich abzuschreiben? Ich erkläre, wie viel ich dafür bezahlen könnte. Und wie die Arbeit im Einzelnen aussehen soll.

Aber das Problem ist die Zeit. Die meisten lehnen ab, weil sie nicht wissen, wann sie das noch machen sollen. Und klar, dafür habe ich Verständnis. Ich kenne das ja selber: viel zu viel zu tun. Die Doktorarbeit ist nicht das einzige große Projekt, bei dem ich bestehen muss. Zurzeit sitze ich außerdem an einem längeren Bericht über einen blinden Sportler. Und ich schreibe an einer umfangreichen Biographie. Da bin ich für jede Entlastung dankbar.

Mein Freund hat von Anfang an gesagt, dass er mich bei der Doktorarbeit unterstützen möchte. Aber er kommt nicht so gut mit der Aufgabe zurecht, die Interviews alleine abzutippen. Dann wird das nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Doch plötzlich hatte ich eine andere Idee: Er könnte das Diktiergerät bedienen. So müsste ich nicht immer mit den Händen vom Computer zum Diktiergerät hin und her wechseln, sondern ich halte die Finger auf der Laptoptastatur. Und sage zu ihm, während wir die Aufnahme durchlaufen lassen: „Stopp.“ Oder, wenn ich etwas nicht richtig verstanden habe: „Fünf Sekunden zurück.“ Auf diese Weise kann ich ununterbrochen tippen. Ich habe noch zwei, drei Worte im Kopf und höre schon die nächsten, weil mein Freund bereits auf Play drückt. Wir treiben uns gegenseitig an. Ob ich damit viel gewinne?

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