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Ausgebrannt

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.04.2014

Seit Wochen habe ich keinen Blogbeitrag geschrieben. Aber es war nicht die Zeit, die mir dafür gefehlt hat, sondern die Gesundheit. Ich bin krank geworden. So sehr, dass ich fast zwei Monate in einer Klinik verbringen musste. Ausgebrannt, sagen manche dazu. Andere würden formulieren: geistesgestört. Ich muss zugeben, dass ich selbst lange Zeit so gedacht habe. Und – schlimmer noch – auch so empfand.

Ich bekam einen Nervenzusammenbruch. Nicht nur, aber auch wegen meiner Dissertation. Ich hatte mich klar überarbeitet. Durch die Erwartungen, die ich mir gegenüber hatte. Und die sich dann, in den vergangenen drei Jahren, immer weiter nach oben schraubten. Übersteigerte Ansprüche an mich. An das, was ich leisten kann, trotz oder gerade wegen meiner Behinderung. Konkurrenzfähig sein mit den Sehenden, egal zu welchem Preis.

Aber wie lange geht so etwas gut? Und was bedeutet das für meine Doktorarbeit? Zunächst ein Semester, in dem ich weitgehend ausfalle. Heute, nach dem Klinikaufenthalt, kann ich pro Tag eine Stunde arbeiten. Dann spüre ich wieder, wie erschöpft ich bin. Und höre auf. Sage mir: Mach morgen weiter.

Früher habe ich mich nie so verhalten. Ich habe gearbeitet wie verrückt, obwohl meine Belastungsgrenze schon lange erreicht gewesen war. Denn ich wollte immer mehr.

Auf der psychosomatischen Station habe ich allerdings gelernt, auf mich zu achten. Meine Grenzen zu erkennen, zu akzeptieren und sofort nein zu sagen, wenn mir etwas zu viel wird oder ich einfach nur dringend eine Pause brauche.

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