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Barrierefrei promovieren!

Was bedeutet eigentlich "barrierefrei"?

Dieser Blog heißt „Barrierefrei promovieren“. Bis zu meinen Magisterprüfungen im Wintersemester 2011/12 habe ich ihn unter dem Titel „Barrierefrei studieren“ geführt. Aber was bedeutet das eigentlich, barrierefrei?

Zu dieser Frage wurden schon mehrere Bücher verfasst. Richtig dicke Wälzer, die mir zeigen, wie vielschichtig das Thema ist. Oder wie kleinteilig.

Ich möchte anders herangehen: Was bedeutet barrierefrei für mich? Im Rahmen der Universität?

Zum Beispiel, dass ich in Vorlesungen und Seminaren Zugang zu allen Materialien erhalte, die meine Kommilitonen auch bekommen. Und dass diese Informationen so aufbereitet sind, dass ich sie ohne Probleme lesen und verarbeiten kann. Über die Schwierigkeiten, die bei Lehrveranstaltungen auftreten können, habe ich hier nicht nur einmal berichtet. Aber es geht auch anders. Denn ich besuche hauptsächlich die Kurse, die passgenau auf mich zugeschnitten sind. Auf meine Bedürfnisse, meine Fragen und meine Geschwindigkeit.

Klingt jetzt vielleicht wie ein kleines Wunder und ehrlich gesagt, manchmal kommt es mir genauso vor, aber Dr. Wolfgang Krebs hat mir diese Möglichkeit tatsächlich eröffnet. Er ist selber stark sehbehindert und kann deshalb wie kein Zweiter nachempfinden, was ein Blinder investieren muss, wenn er gemeinsam mit Sehenden studiert. Deshalb bemüht er sich, blinden und sehbehinderten Studenten in Erlangen Barrieren aus dem Weg zu räumen. Dafür möchte ich an dieser Stelle einmal Danke sagen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 14, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 14, 2014

Barrierefrei promovieren!

Und wie geht es weiter?

Mein Freund machte sich ernsthaft Sorgen wegen des Gesprächs, das ich mit meiner Doktormutter führen würde, um zu klären, wie es nach meinem Klinikaufenthalt mit meiner Doktorarbeit weitergehen soll.

„Hier“, sagte er und reichte mir eine CD. Rhetorik-Tipps, damit ich mich besser vorbereiten könnte. Damit ich sicher auftreten und gut argumentieren würde. In einer Auseinandersetzung, die ich so nicht erwartete. Denn meine Doktormutter ist immer sehr freundlich zu mir. Hilfsbereit, zuvorkommend. Von dieser Seite befürchtete ich also keine Probleme.

Aber das Thema bereitete mir Bauchschmerzen. Das Material, das ich bereits gesammelt hatte und nun langsam auswerten wollte. Wie lange würde ich damit noch arbeiten können?

Ich hatte, noch in der Klinik, beim Lehrstuhl angerufen, um einen Termin mit meiner Betreuerin zu vereinbaren. Sie wollte sich Zeit für mich nehmen, deswegen passte es nicht in der nächsten, sondern erst in der übernächsten Woche.

Und dann war es soweit: Einen Tag, bevor ich aus der Klinik entlassen wurde. Es gefiel mir gut, dass wir den Termin so hatten einrichten können. Denn das bedeutete, ich musste danach noch einmal ins Krankenhaus zurück – und hatte dort einen Pfleger. Für den Fall, dass sich mit meiner Dissertation einiges nicht regeln ließ, ich deswegen wieder in eine Depression abstürzte und noch einmal eine Fachkraft brauchen würde, um die Situation zu besprechen. Mich neu zu sortieren …

Irgendwie würde ich das schon schaffen!

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 23, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 23, 2014

Barrierefrei promovieren!

Ein Semester Zeit

Samstagabend, in einem Lokal feiern wir den 50. Geburtstag meiner Tante. Das Essen ist lecker und vielfältig, aber ich nehme nur wenig. Von der Band, die seit einer halben Stunde spielt, verstärken sich meine Kopfschmerzen. Dann lasse ich mich, obwohl mir das selber widerstrebt, von meinem Vater nach Hause fahren. Ich möchte mich einfach bloß noch hinlegen, ein bisschen mit meinem Freund telefonieren und dann schlafen. Das hilft hoffentlich gegen Schwindel, Übelkeit und Schüttelfrost.

Aber was ist das eigentlich? Brüte ich gerade eine Krankheit aus? Oder sind es Signale meines Körpers, dass ich schon wieder erschöpft bin? Ich muss lernen, bestimmte Dinge zurückzustellen. Oder auch einmal Termine abzusagen, so schwer das für mich sein mag.

In den letzten Wochen habe ich meine Aktivitäten um 30 Prozent reduziert. So schätze ich das ein. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass das nicht genügt, um meine Depressionen in den Griff zu bekommen. Andererseits erkenne ich aber auch den Fortschritt, im Gegensatz zu früher. Und ich will weiter daran arbeiten.

Mit meiner Doktormutter habe ich inzwischen einen guten Weg gefunden. Bis Februar gibt sie mir Zeit, um die Interviews, die noch liegen geblieben sind, vollständig abzuschreiben. Das ist ein halbes Jahr. Ein Semester. Sollte reichen, um die einzelnen Textpassagen auch noch den verschiedenen Fragen zuzuordnen. Dann kann ich mich im März, spätestens im April in die Auswertung vertiefen. Das wird der schwierigste und zugleich umfangreichste Teil. Aber wer weiß? Bis dahin bin ich vielleicht wieder richtig fit!

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 3, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 3, 2014