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Barrierefrei promovieren

Meine Motivation

Mit der Motivation ist das so eine Sache. Ich sitze jeden Tag am Schreibtisch, arbeite vor mich hin und ja, irgendwie komme ich auch weiter. In kleinen Schritten, Stück für Stück. Trotzdem taucht die Frage auf: Zu welchem Zweck?
Ganz anders läuft es bei dem Buch, das ich vor wenigen Tagen veröffentlicht habe. Eine biographische Erzählung über einen stark sehbehinderten Sportler. Gemeinsam mit meinem Freund unterstütze ich den Verkauf durch eine Reihe von Marketingaktionen. Und hier passiert dann etwas, das mir bei der Doktorarbeit im Moment noch immer fehlt: Interaktion. So verstanden, dass ich nicht nur für mich beschäftigt bin. Was ich tue, geht nach draußen. Sofort. Nicht erst nach drei oder fünf Jahren.
Ich recherchiere Ansprechpartner für mein Buch. Und es vergehen bloß Tage, bis ich eine Rückmeldung erhalte. Schnell wird eine Lesung vereinbart. Eine Rezension festgeklopft. Bei einem Radiosender soll ich ein Interview geben. Aber hallo, ist das nicht phänomenal?
Ich habe das Gefühl, dass bei den Leuten etwas ankommt. Und dass sich dadurch schon weitere Türen öffnen. Ein Kreislauf, ein Hin und Her zwischen Autorin, Multiplikatoren und Lesern. Das bereitet mir große Freude!
Genauso weiß ich auch, dass es für meine Doktorarbeit Interessenten gibt. Nur eben noch nicht jetzt. Und das ist zäh. Es passiert so wenig. Da ist es oft schwer, mich zu motivieren.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 18, 2014

Barrierefrei promovieren!

Ohne meinen Arbeitsplatz

Zuerst wollte ich meinen Computer hochfahren, weil ich dringend etwas arbeiten musste. Eine Reihe an Formulierungen schwirrten mir schon durch den Kopf. Und Stellen in meinem Text, die ich korrigieren würde.

Doch dann musste ich warten. Und warten. Denn mein Laptop reagierte nicht. Auf keine der Tastenkombinationen, die ich ausprobierte. Geduld war allerdings noch nie meine Stärke. Ich nahm an, dass sich das Gerät einfach aufgehängt hatte. Deswegen entschloss ich mich, eine Not-Abschaltung herbeizuführen.

Ergebnis: Das Gerät ließ sich gar nicht mehr starten.

Sofort rief ich bei meiner Computerfirma an. Doch spontan konnte mir der Mitarbeiter auch nicht weiterhelfen. „Vielleicht“, überlegte ich laut, „war das ja ein Update. Aber der Laptop ist gerade hochgefahren …“ Wenn ich tatsächlich in ein Update eingegriffen hätte, könnte Windows stark beschädigt sein. Und was soll ich sagen? Ich hatte das Programm einfach zerschossen. Nur weil mit meiner Software nicht ersichtlich ist, wann der Computer gerade ein Update fährt. Weder die Sprachausgabe noch die Braillezeile gibt mir das aus. Bei meinem Freund sind an diesem Tag 17 Updates reingekommen. Kein Wunder also, dass es so lange gedauert hat.

Mit meiner Aktion habe ich mir selbst eine Barriere aufgebaut. Denn ich bin auf diesen Rechner angewiesen. Ich habe spezielle Blinden-Software installiert, da kann ich mich nicht an irgendeinen anderen Computer setzen. Die Überarbeitung des Textes muss jetzt also warten.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 29, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 29, 2014

Barrierefrei promovieren

Was bedeutet eigentlich „barrierefrei“? (Teil 2)

Als ich noch studiert habe, in meinem letzten oder vorletzten Jahr, erhielt ich eine sehr interessante E-Mail von der Universität. Ein Dozent suchte nach blinden und sehbehinderten Studenten, von denen er einiges erfahren wollte.

Ich war begeistert, dass sich jemand dafür interessierte. Mehr noch, weil es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie handelte. Das Ziel sollte es sein, den Standort Erlangen für blinde Studenten attraktiver zu gestalten.

Sofort beantwortete ich die Fragen, die in der E-Mail enthalten waren. Danach dauerte es nicht lange, bis sich Herr Krebs, der Dozent, mit mir in Verbindung setzte. Wir vereinbarten ein Treffen für die nächsten Tage. Ich weiß noch, dass wir dann in den Park gingen. Eine angenehme Atmosphäre, um schwierige Themen zu besprechen.

Wir unterhielten uns lange. Herr Krebs hörte aufmerksam zu. Und er erklärte mir, was sein Anliegen war und was er erreichen wollte. Sicher, er konnte das nur langsam aufbauen. Aber Schritt für Schritt den Betroffenen das Studium erleichtern, den Austausch zwischen ihnen und der Universität fördern …

Einfach würde das nicht werden. Wir brauchten Zeit und Geduld. Zunächst ging es darum, dass Herr Krebs sich einen Überblick verschaffen wollte, wo die Probleme überhaupt lagen. Und dann würde er entsprechend reagieren.

Was er bis heute tut. Ich kann mich mit jeder Frage an ihn wenden, solange sie irgendwelche Einschränkungen betrifft, die ich als behinderte Doktorandin erlebe.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 22, 2014
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 22, 2014