interaktiv

Barrierefrei promovieren!

Ohne meinen Arbeitsplatz

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

29.10.2014

Zuerst wollte ich meinen Computer hochfahren, weil ich dringend etwas arbeiten musste. Eine Reihe an Formulierungen schwirrten mir schon durch den Kopf. Und Stellen in meinem Text, die ich korrigieren würde.

Doch dann musste ich warten. Und warten. Denn mein Laptop reagierte nicht. Auf keine der Tastenkombinationen, die ich ausprobierte. Geduld war allerdings noch nie meine Stärke. Ich nahm an, dass sich das Gerät einfach aufgehängt hatte. Deswegen entschloss ich mich, eine Not-Abschaltung herbeizuführen.

Ergebnis: Das Gerät ließ sich gar nicht mehr starten.

Sofort rief ich bei meiner Computerfirma an. Doch spontan konnte mir der Mitarbeiter auch nicht weiterhelfen. „Vielleicht“, überlegte ich laut, „war das ja ein Update. Aber der Laptop ist gerade hochgefahren …“ Wenn ich tatsächlich in ein Update eingegriffen hätte, könnte Windows stark beschädigt sein. Und was soll ich sagen? Ich hatte das Programm einfach zerschossen. Nur weil mit meiner Software nicht ersichtlich ist, wann der Computer gerade ein Update fährt. Weder die Sprachausgabe noch die Braillezeile gibt mir das aus. Bei meinem Freund sind an diesem Tag 17 Updates reingekommen. Kein Wunder also, dass es so lange gedauert hat.

Mit meiner Aktion habe ich mir selbst eine Barriere aufgebaut. Denn ich bin auf diesen Rechner angewiesen. Ich habe spezielle Blinden-Software installiert, da kann ich mich nicht an irgendeinen anderen Computer setzen. Die Überarbeitung des Textes muss jetzt also warten.

Diesen Artikel teilen