interaktiv

Barrierefrei promovieren

Sprachbarrieren

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

10.02.2015

Barrieren gehen nicht immer auf eine Behinderung zurück, auf eine körperliche Schwäche oder ungünstig ausgebauten Raum. Im Gegenteil, es gibt noch eine Menge mehr. Vor ein paar Wochen im Doktorandenseminar kam ich deswegen so richtig ins Staunen. Da stellte, wie in diesem Rahmen üblich, eine Doktorandin ihre Arbeit vor. Sie berichtete über den chinesischen Buchmarkt.

Die Erlanger Buchwissenschaft, muss ich dazu sagen, pflegt vielfältig Kooperationen mit ähnlichen Studiengängen aus China. So hat unsere Lehrstuhlinhaberin eine Reihe von jungen Menschen nach Deutschland geholt, die dort studieren oder jetzt auch promovieren. Trotz der Sprachbarrieren, die damit verbunden sind.

Die chinesische Doktorandin hielt ihren Vortrag und ich war schwer beeindruckt. Ist doch das Studium in einem fremden Land schon Herausforderung genug. Aber nein, dann auch noch die Dissertation …

Das bedeutet weit mehr, als ich mir vorstellen kann. Aber sie präsentierte sich gut. Drückte sich klar verständlich aus, noch dazu auf einem wissenschaftlichen Niveau, das etliche Deutsche nicht erreichen. Bei der anschließenden Diskussion vergewisserte sich die Doktormutter, nachdem sie eine Anmerkung oder einen Einwand vorgebracht hatte, jedes Mal: „Verstehen Sie?“

Das rührte mich, aber das war auch schon alle Unterstützung, welche die Doktorandin in ihrer speziellen Situation erhielt. Und ich finde, dass sie sich verblüffend gut geschlagen hat.

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