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Barrierefrei promovieren!

Verdammt

Angefangen hat es damit, dass ich die ganze Nacht über zur Toilette rennen musste. Dann vermutete mein Freund, dass ich Fieber hätte. Ich war mir da nicht so sicher. Aber wie sich dann zeigte, hatte er recht – als Arzt hatte er die richtige Diagnose gestellt, während ich das Fieber noch gar nicht so fühlte. Darüber kann ich lächeln, aber insgesamt bin ich gefrustet. Ich fühle mich ans Bett gefesselt, habe Kopf- und Gliederschmerzen. Sobald ich aufstehe und ein paar Meter laufe, wird mir schwindelig. Und wenn ich an Essen nur denke, steigt die Übelkeit in mir hoch. Meine Mutter sagte einmal: „Es gibt für dich keine schlimmere Qual, als untätig herumzusitzen.“ Das stimmt genau!

Ich wollte weiter arbeiten, die Auswertungen der Interviews für meine Doktorarbeit voranbringen. Stattdessen kann ich praktisch nichts tun. Und so etwas ärgert mich. Weil es mir unendlich schwer fällt, mich mit dieser Situation zu arrangieren. Schließlich wird die Arbeit davon nicht weniger. Ich fühle mich gestört, aufgehalten und frage mich, wann ich das, was ich jetzt versäume, eigentlich nachholen soll …

Dann ärgert es mich, dass ich solche Gedanken überhaupt habe. Keine Ahnung, woher dieser Virus kommt, aber mein Körper braucht jetzt wohl eine Pause. Die hole ich mir doch sonst auch, ich arbeite schließlich nicht rund um die Uhr.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 17, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 17, 2015

Barrierefrei promovieren

Sprachbarrieren

Barrieren gehen nicht immer auf eine Behinderung zurück, auf eine körperliche Schwäche oder ungünstig ausgebauten Raum. Im Gegenteil, es gibt noch eine Menge mehr. Vor ein paar Wochen im Doktorandenseminar kam ich deswegen so richtig ins Staunen. Da stellte, wie in diesem Rahmen üblich, eine Doktorandin ihre Arbeit vor. Sie berichtete über den chinesischen Buchmarkt.

Die Erlanger Buchwissenschaft, muss ich dazu sagen, pflegt vielfältig Kooperationen mit ähnlichen Studiengängen aus China. So hat unsere Lehrstuhlinhaberin eine Reihe von jungen Menschen nach Deutschland geholt, die dort studieren oder jetzt auch promovieren. Trotz der Sprachbarrieren, die damit verbunden sind.

Die chinesische Doktorandin hielt ihren Vortrag und ich war schwer beeindruckt. Ist doch das Studium in einem fremden Land schon Herausforderung genug. Aber nein, dann auch noch die Dissertation …

Das bedeutet weit mehr, als ich mir vorstellen kann. Aber sie präsentierte sich gut. Drückte sich klar verständlich aus, noch dazu auf einem wissenschaftlichen Niveau, das etliche Deutsche nicht erreichen. Bei der anschließenden Diskussion vergewisserte sich die Doktormutter, nachdem sie eine Anmerkung oder einen Einwand vorgebracht hatte, jedes Mal: „Verstehen Sie?“

Das rührte mich, aber das war auch schon alle Unterstützung, welche die Doktorandin in ihrer speziellen Situation erhielt. Und ich finde, dass sie sich verblüffend gut geschlagen hat.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Feb 10, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Feb 10, 2015

Barrierefrei promovieren

Urlaubsreif

In den letzten Wochen habe ich kaum noch etwas geschrieben. Weder für die Doktorarbeit noch für meine Biographien oder an meinem Roman. Ich habe die meiste Zeit mit der Auswertung von Interviews verbracht. Das kostet mehr Substanz als ich erwartet hätte. Und schon lange fühle ich mich urlaubsreif.

Jetzt, endlich, ist es auch so weit. Ich fliege mit meinem Freund für zwei Wochen nach Teneriffa, wo seine Eltern wohnen. Diese Auszeit wird mir gut tun. Endlich einmal nicht an die Arbeit denken, nicht vor dem Computer sitzen und nicht mit der Auswertung zu tun haben. Danach möchte ich wieder voll durchstarten. Aber jetzt brauche ich dringend Ruhe und Abstand, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Ich möchte am Strand spazieren gehen, im Meer baden – bei ungefähr 20 Grad sollte das möglich sein. Ich freue mich auf schönes Frühlingswetter, während es hier in Deutschland kalt und ungemütlich bleibt.

Kalt und ungemütlich ist auch meine Stimmung. Denn einmal auswerten ist offensichtlich nicht genug. Immer wieder habe ich die doppelte Arbeit, weil ich eine Datei in Schriftgröße oder Zeilenabstand falsch formatiere, das aber erst bemerke, nachdem ich die einzelnen Zeilen schon bestimmten Fragen in meinem Interview zugeordnet habe. Neu formatiert, fallen die Zeilennummern völlig anders aus und ich kann noch einmal von vorne beginnen. Solche und ähnliche Probleme treten regelmäßig auf. Sicher auch deswegen, weil ich nicht auf den Bildschirm blicken kann, sondern jede Einzelheit ständig überprüfen muss. Wer wäre da nicht urlaubsreif?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 21, 2015