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Barrierefrei promovieren!

Bewerbungen

Zurzeit bin ich ziemlich beschäftigt: Ein Student hat mich beauftragt, seine Studienarbeit zu lektorieren. Wohl gemerkt, ein Student aus der Schweiz! Gleichzeitig hat mir ein Unternehmer den Auftrag gegeben, seine Biographie zu schreiben. Und das mache ich natürlich gern. Es könnte im Moment also eigentlich nicht besser laufen.

Aber ganz ehrlich: So einfach ist es dann doch wieder nicht. Meistens lehnen die nämlich Leute ab. Wenn ich eine Bewerbung versende, bekomme ich kurz darauf die Antwort: „Wir brauchen keinen neuen Mitarbeiter.“ Wo geht meine Reise also hin? Wann bekomme ich endlich ein geregeltes Einkommen?

In den letzten Wochen habe ich meine Bemühungen in dieser Richtung wieder verstärkt, dafür andere Arbeiten etwas schleifen lassen. Im Klartext: Ich schreibe Bewerbungen. Und erhalte Absagen.

Zum Beispiel erklärt mir der Leiter eines Instituts, dass bei ihnen Lehraufträge neuerdings zu 100 Prozent auf das Lehrdeputat angerechnet werden. Damit gefährden sie die festen Planstellen. Deshalb musste das Institut die Zahl der Lehraufträge drastisch reduzieren. Ein Stück weit kommt diese Erläuterung auch positiv bei mir an. Ich habe eine inhaltlich begründete Absage. Nicht einfach nur: „Nein, vielen Dank.“ Mit dem bitteren Beigeschmack, dass sie mich vielleicht wegen meiner Sehschwäche zurückweisen. In diesem Fall kann ich mir immerhin sicher sein, die Entscheidung hat nichts mit mir persönlich zu tun. Und dennoch, was fange ich damit an?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 9, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 9, 2015

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Ich werde es schaffen!

Drei Mitglieder der Prüfungskommission sitzen mir gegenüber. Sie hören zu, während ich meine Doktorarbeit präsentiere. Danach stellen sie mir ihre Fragen. Es ist wie bei einem Gefecht: Sie schießen, ich nehme das Thema auf, pariere, muss geschickt antworten und schon saust die nächste Frage heran … Ein Bild, das mich beunruhigt hat. Immer wieder habe ich versucht, mich in diese Situation hinein zu fühlen. Was werde ich empfinden? Kann ich am Tag der Doktorprüfung überhaupt noch klar denken?

Es wird mein erster richtig großer Test. Die Verteidigung, wie er auch genannt wird – und das bestimmt nicht ohne Grund. In solchen Momenten überfällt mich ein leichtes Frösteln. Ich stelle mir die bange Frage, ob ich dem, was mich erwartet, tatsächlich gewachsen bin.

Klar, zuerst muss ich meine Doktorarbeit zu Ende schreiben. Und damit habe ich meinen Doktortitel auch noch nicht nach Hause gebracht. Stattdessen folgt noch eine umfangreiche, mündliche Prüfung. Und schließlich muss ich eine Möglichkeit finden, um mein Werk zu veröffentlichen. Es sind also gleich mehrere Brocken, die mir schwer im Magen liegen.

Doch mittlerweile fühlen sie sich leichter an. Seit wir im Doktorandenseminar darüber gesprochen haben, wie so eine Prüfung funktioniert. Ich weiß nun, wie ich mich vorbereiten sollte und auf welche Art von Fragen ich gefasst sein muss. Außerdem war ich mittlerweile mal bei einer Verteidigung dabei und weiß nun, wie so etwas abläuft. Die Steine haben jetzt noch weniger Gewicht. Ich bin mir absolut sicher: Ich werde es schaffen!

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Apr 10, 2015

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Wieder in der Universität

Seit 2011, als ich meinen Magisterabschluss erworben hatte, sitze ich kaum noch in der Universität. Ich gehe regelmäßig zum Doktorandenseminar, das schon. Außerdem habe ich Unterricht bei einem stark sehbehinderten Dozenten, der speziell auf die Bedürfnisse sehschwacher Personen ausgerichtet ist. Aber im Großen und Ganzen habe ich seitdem kaum noch an Lehrveranstaltungen teilgenommen.

Deshalb fühlt es sich merkwürdig an, als ich plötzlich wieder, im Rahmen eines dreitägigen Blockseminars, in der Uni sitze. Stundenlang, weil ich ein Seminar zur Wissenschaftssprache besuche.

Mir fällt die Akustik auf in diesem Raum, wo die Stimmen nicht dumpf zu hören sind, sondern fast ein bisschen hallen. Mir klingt der Gong in den Ohren, mit seiner Tonfolge, die mich früher durch mein Studium begleitet hat. Ja, die gesamte Atmosphäre – alles so vertraut und gleichzeitig alles so weit weg …

Ich habe beschlossen, verschiedene Angebote zu nutzen, solange das noch geht. Das heißt, solange ich noch immatrikuliert bin. Da kann ich weiterhin Kurse in der Christlichen Publizistik mitnehmen, beispielsweise zu journalistischen Grundformen. Oder in der Buchwissenschaft noch einmal meine Kenntnisse zu rechtlichen Aspekten zu vertiefen und auf den aktuellen Stand zu bringen.

Für das kommende Semester habe ich mehrere Seminare ausgewählt, die mir helfen können, mein berufliches Profil zu schärfen. Um später bei Bewerbungen mit einer besseren Grundlage anzutreten.

So gesehen ärgert es mich fast, wie viel ich in den letzten Jahren habe liegen lassen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 17, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 17, 2015