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Barrierefrei promovieren!

Bewerbungen (Teil 4)

Nachdem es beim letzten Mal so schief gelaufen ist, vergewissere ich mich bei einem weiteren Anruf, ob ich tatsächlich mit dem gewünschten Verlag verbunden bin. Die Antwort: „Ja. Und?“ Ich bin irritiert, doch irgendwie gelingt es mir, trotzdem in der Bahn zu bleiben. Dass ich mit der Personalabteilung verbunden werden will, um mich über die Möglichkeiten einer Bewerbung zu informieren. Die Antwort diesmal: „Nein, kein Interesse.“

Der Mann ist nicht einmal bereit, mich durchzustellen! Er wirft mich praktisch aus der Leitung, mein Anliegen ist ihm vollkommen egal.

Ganz klar, dieses Verhalten steht im Zeichen der Zeit. Die Leute sind überfordert, werden brummig und unwillig. Es gibt kaum noch freie Stellen. Dafür müssen sich die Beschäftigten, auf Deutsch gesagt, von früh bis spät den Allerwertesten aufreißen. Im schlimmsten Fall landen sie deshalb in einer Klinik, wo ihre daraus resultierenden Depressionen behandelt werden.

Neulich war ich dort wieder im Park spazieren und suchte die Ziegen, die früher da gewesen waren. Unterwegs begegnete mir ein Gärtner, der erzählte, dass die Ziegen weggebracht wurden. Es sei zu teuer, sie zu unterhalten … Er war gerade dabei, auch noch die Blumenkästen abzubauen. Mir fehlen fast die Worte.

Es gibt keine Lehraufträge an der Universität mehr, sodass die Studierenden keine zusätzlichen Veranstaltungen belegen können. Das ist schon schlimm, aber dass in einer Klinik für Depressionen die Ziegen und Blumen weg müssen ... Also gerade das, was doch helfen sollte beim Heilungsprozess. Wie soll ich mich da noch für die Arbeit motivieren?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 3, 2015

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Bewerbungen (Teil 3)

Nachdem ich den Schock über die verwechselten Bewerbungen einigermaßen verdaut habe, nehme ich Kontakt zu einem Verlag in Frankfurt am Main auf. Mein Freund hat dort bereits für mich angerufen und nachgefragt, ob sie überhaupt an einer Initiativbewerbung interessiert wären. Ja, hieß es noch, in einem halben Jahr hätten sie die nächste Stelle frei.

Also mache ich mich im Internet mit dem Profil des Verlags vertraut – ich will ja gut vorbereitet sein. Dann erkläre ich einer Mitarbeiterin am Telefon: „Ich habe Politik und Geschichte studiert. Das würde ja zu Ihrem Programm passen.“ Denn demzufolge, was im Internet steht, produziert dieser Verlag politische und geschichtliche Bücher. Zu meiner großen Überraschung erwidert die Frau am Telefon: „Da sind Sie bei uns aber falsch, wir verlegen Reiseführer.“

Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, gerate irgendwie ins Stottern und die ganze Situation ist mir ziemlich unangenehm. Die Nummer, die ich im Internet recherchiert habe, gehört nicht zu dem Verlag, an den ich mich eigentlich wenden wollte. Sie führt zu einem Verlag mit ähnlichem Namen. Zum Verwechseln ähnlich … Und das ist mir dann ja auch passiert, nur dass ich mir nicht so recht erklären kann, warum. Einmal bei der Recherche im Internet nicht richtig aufgepasst …

Trotzdem vergewissere ich mich, ob sie denn eine Stelle zu besetzen hätten. Aber nach dieser Vorstellung lehnt die Frau natürlich ab. Sie behauptete jetzt, es wäre nichts mehr frei – auch nicht in einem halben Jahr.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 26, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 26, 2015

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Bewerbungen (Teil 2)

In meinem letzten Beitrag habe ich euch davon berichtet, wie schwer es mir fällt, mit Absagen umzugehen. Aber ich gebe nicht auf und werde mich weiterhin bewerben. Viel kommt dabei aber bisher nicht heraus. Eine Universität sagte mir ab mit der Begründung, dass sie in den nächsten Jahren keine offenen Dozenten- oder Mitarbeiterstellen anzubieten hätten. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln. In den nächsten Jahren! Woher wollen sie heute wissen, ob nicht 2018 ein Kollege ausfällt? Wegen Krankheit oder infolge einer Schwangerschaft – Möglichkeiten gibt es doch genug.

Aber sie schreiben nicht: Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir bewahren Ihre Unterlagen auf und melden uns wieder, falls eine Stelle zu besetzen ist. Sie schreiben nur: in den nächsten Jahren nicht! Wie soll ich da motiviert sein, mich weiterhin zu bewerben?

Der Haufen Papiermüll auf meinem Schreibtisch wird fast zu einem Berg – auch durch meine eigenen Fehler. Zum Beispiel schickte ich eine Bewerbung nach Mainz und eine nach Hildesheim. Beide stellte ich am gleichen Tag fertig. Nach ein paar Tagen erhalte ich eine Rückmeldung aus Hildesheim, dass sie meine Bewerbung nicht gebrauchen können, weil sie an einen Professor in Mainz gerichtet ist. Sofort überprüfe ich das. Und tatsächlich: Den Dateinamen habe ich zwar geändert, aber beim Anschreiben irgendetwas nicht abgespeichert oder ausgetauscht. Mist! Das sind Anfängerfehler, die mir sehr unangenehm sind. Mir so ein Eigentor zu schießen, das darf einfach nicht sein. In Zukunft werde ich meine Bewerbungsunterlagen besser dreifach als doppelt überprüfen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 19, 2015