interaktiv

Barrierefrei promovieren!

Ein großer Moment

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

09.10.2015

Als ich abends um halb zehn nach Hause kam, lag ein DIN A5-Kuvert in meinem Briefkasten. Das kam mir offiziell vor. Vielleicht wollte ich auch nur, dass es so wäre. Aber von der gleichen Art war auch das Kuvert gewesen, mit dem ich meine Bewerbungsunterlagen für das Stipendium eingereicht hatte. Nun konnte ich niemanden nach dem Absender fragen. Einen Scanner oder ein Lesegerät habe ich auch nicht mehr auf meinem Schreibtisch stehen.

Ich war aufgeregt und irgendwie schon voller Vorfreude. Ich dachte, es wäre so weit. Plötzlich fühlte ich mich ganz entspannt. Vollkommen nüchtern konnte ich mir überlegen, wie ich den Moment erleben will, wenn ich das Kuvert öffne, den Bogen Papier herausziehe und mir dann die ersten Zeilen vorlesen lasse. Sicher wäre das ein unvergessliches Erlebnis: Die Zusage für ein Stipendium. Ich weiß nicht, warum ich davon überzeugt war, dass ich sie bekommen würde. Aber ich wollte diesen Augenblick dann auch besonders gestalten, damit ich ihn umso schöner in Erinnerung behalten könnte.

Viele Sehende kenne ich allerdings nicht in Erlangen und Umgebung, denen ich so weit vertraue, dass ich ihnen ohne zu zögern meine Post überlassen würde. Ich vereinbarte also ein Treffen mit einem guten Freund, der sich am nächsten oder übernächsten Tag Zeit nehmen würde. Aber so lange wollte ich nicht warten. Ich musste mir, so bald wie möglich, schon einmal den Absender verraten lassen.

Diesen Artikel teilen