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Barrierefrei promovieren!

Zum Ausgleich

In den letzten Wochen haben sich die Ereignisse überschlagen. Eine Aufgabe kam nach der anderen und ich verlor mich immer mehr in der Auswertung von Interviews. Es fühlt sich tatsächlich so an, als hätte ich den Anschluss verpasst. Die Arbeit, die ich zu erledigen habe, übersteigt in manchen Punkten mein Auffassungsvermögen. Wie mache ich das eigentlich alles? Was genau wird verlangt? Und zu welchem Zweck?

Ich sitze jeden Tag mehrere Stunden am Schreibtisch und habe nur noch wenig Zeit für andere Dinge übrig. Meine Hobbys stehen hinten an und immer wieder vernachlässige ich auch meine Freunde. Die Doktorarbeit zu beenden setzt mich ganz schön unter Druck.

Wenn ich mir dann eine Pause gönne, spüre ich deutlich, dass ich diese auch dringend nötig habe. Vor kurzem war ich mit einem guten Freund im Schwimmbad. Die Bewegung tat mir gut. Während ich so meine Bahnen zog, lösten sich die Verspannungen in meinem Körper. Erstaunlich, wie viele das waren. Und wo sie überall steckten.

Mit Verspannungen im Nacken und mit Kopfschmerzen habe ich fast jeden Tag zu kämpfen. Das ist nichts Neues, sondern zum Teil eine Folge meiner Blindheit. Menschen, die nichts oder nur wenig sehen können, nehmen häufig eine schlechte Körperhaltung ein. Viel Stress und Arbeit verstärken dann die negative Wirkung. Zumindest erlebe ich das so. Und ich habe Freunde, die das Gleiche erzählen.

Umso mehr sollte ich darauf achten, einen Ausgleich zu finden und mal mit meinem Vater zum Dart gehen, meinen Freund ins Theater begleiten oder alleine ein Hörbuch hören.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 6, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 6, 2015

Barrierefrei promovieren!

Ein großer Moment

Als ich abends um halb zehn nach Hause kam, lag ein DIN A5-Kuvert in meinem Briefkasten. Das kam mir offiziell vor. Vielleicht wollte ich auch nur, dass es so wäre. Aber von der gleichen Art war auch das Kuvert gewesen, mit dem ich meine Bewerbungsunterlagen für das Stipendium eingereicht hatte. Nun konnte ich niemanden nach dem Absender fragen. Einen Scanner oder ein Lesegerät habe ich auch nicht mehr auf meinem Schreibtisch stehen.

Ich war aufgeregt und irgendwie schon voller Vorfreude. Ich dachte, es wäre so weit. Plötzlich fühlte ich mich ganz entspannt. Vollkommen nüchtern konnte ich mir überlegen, wie ich den Moment erleben will, wenn ich das Kuvert öffne, den Bogen Papier herausziehe und mir dann die ersten Zeilen vorlesen lasse. Sicher wäre das ein unvergessliches Erlebnis: Die Zusage für ein Stipendium. Ich weiß nicht, warum ich davon überzeugt war, dass ich sie bekommen würde. Aber ich wollte diesen Augenblick dann auch besonders gestalten, damit ich ihn umso schöner in Erinnerung behalten könnte.

Viele Sehende kenne ich allerdings nicht in Erlangen und Umgebung, denen ich so weit vertraue, dass ich ihnen ohne zu zögern meine Post überlassen würde. Ich vereinbarte also ein Treffen mit einem guten Freund, der sich am nächsten oder übernächsten Tag Zeit nehmen würde. Aber so lange wollte ich nicht warten. Ich musste mir, so bald wie möglich, schon einmal den Absender verraten lassen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 9, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 9, 2015

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Ich warte

Jeden Tag schließe ich meinen Briefkasten auf. Entweder einmal oder mehrfach. Normalerweise schaue ich höchstens zweimal pro Woche hinein. Denn ich bekomme in der Regel bloß Werbeflyer, Spendenaufrufe oder irgendwelche Zeitungen, die ich sowieso nicht lesen kann. Die wichtigen Briefe erreichen mich bei meinen Eltern.

Jetzt allerdings warte ich auf eine Antwort, ob ich das Stipendium von der Universität erhalte. Bis zum 9. September konnten sich die Doktoranden bewerben. Ab Oktober soll das Stipendium dann greifen. Heißt also, falls ich es tatsächlich bekommen sollte, müsste ich eher heute als morgen davon erfahren. Oder bin ich nur zu ungeduldig?

Immer wieder male ich mir aus, wie die Nachricht bei mir eintreffen könnte. Am Telefon vielleicht, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Eine E-Mail, denke ich, würde der Sache nicht gerecht werden. Es muss einfach ein Brief sein. Bei solchen Angelegenheiten ist es doch immer ein Brief. Obwohl meine Adresse in Erlangen angegeben ist, hoffe ich noch, dass sie ihn zu meinen Eltern geschickt haben. Die sind für zehn Tage in den Urlaub geflogen. Aber als sie zurückkommen, erfahre ich von meinem Vater, dass keine wichtige Post für mich gekommen ist. Nichts von der Universität.

Haben sie sich also entschieden, eine andere Arbeit zu fördern? Das würde meine Vorstellungen und Pläne wieder völlig auf den Kopf stellen. Denn jetzt habe ich kaum mehr die Chance, noch irgendwo ein Stipendium zu bekommen. Umso mehr warte ich jetzt auf eine Zusage.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 1, 2015
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 1, 2015