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Es könnte knapp werden

Im Moment spüre ich, wie der Zeitdruck immer weiter wächst. Mein Stipendium läuft nur noch bis Oktober. Ich überlege, ob es sich vielleicht verlängern lässt. Drei, vier Monate – so bis Februar, das würde schon helfen. Aber auch dann gibt es noch genug zu tun. Denn mit einmal Schreiben habe ich es lange nicht geschafft.
Ein Dozent erzählte mir einst: „Faktisch habe ich meine Doktorarbeit zwei Mal geschrieben.“ So viel hat er damals überarbeitet. So viel werde wohl auch ich neu sortieren, wiederholen und formulieren müssen.
Im Moment überprüfe ich noch einmal die Studien zur Mediennutzung blinder Menschen, die ich gesammelt hatte. Damit habe ich ursprünglich mehrere Monate verbracht. Doch dann habe ich meine eigene Studie besser strukturiert und jetzt, da dieser Prozess abgeschlossen ist, stelle ich fest: So, wie ich meine Ergebnisse auswerten möchte, habe ich die älteren Studien nicht analysiert. Damals habe ich Fragen aufgenommen, die ich meinen Interviewpartnern gar nicht stellte. Und ich habe Fragen gestrichen, die für meine Studie eigentlich wichtig sind. Das passe ich jetzt an. Denn ich kann die Studien nur gemeinsam auswerten, wenn ich Vergleichbarkeit schaffe.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 25, 2016
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 25, 2016

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Unterschätzt

Vergangene Woche habe ich meine Eltern besucht und mir vorgenommen, in dieser Zeit die Typenbildung meiner Doktorarbeit abzuschließen. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um einen Gruppierungsprozess, bei dem übereinstimmende Merkmale wie das Geschlecht in Typen eingeteilt werden. Ich hatte damit schon angefangen, dachte aber, dass es mit etwas Hilfe schneller gehen könnte. Ich hatte nämlich mal wieder den Zeitaufwand unterschätzt. Nicht zum ersten Mal. Wie oft ich diesen Fehler wohl noch mache, bis ich endlich besser plane?
Diesmal saß jedenfalls mein Papa am Computer und las mir Zahlen vor, die ich dann zuordnete. So musste ich nicht für jeden Eintrag zwischen zwei Dateien wechseln. Beide nebeneinander auf dem Bildschirm abzurufen, lässt sich mit der blindenspezifischen Software soweit ich weiß nämlich nicht vereinbaren. Zwei Stunden verbrachten wir damit, die vier Variablen Lesehäufigkeit, Geschlecht, Alter und Beruf den Interviewpartnern entsprechend zuzuteilen. Am Tag darauf verbrachten wir noch einmal zwei Stunden mit der Zuordnung. Ich wurde allmählich etwas ungeduldig, weil es schon wieder viel länger dauerte als ich angenommen hatte. Das Pensum, das ich mir fürs Wochenende vorgenommen hatte, konnte ich glatt vergessen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 1, 2016
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 1, 2016

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Abschied nehmen

In wenigen Monaten werde ich Erlangen hinter mir lassen. Schon jetzt finde ich es merkwürdig, wenn ich durch die Fußgängerzone laufe. Plötzlich nehme ich alles viel intensiver auf, als wären meine Sinne geschärft. An jeder Ecke finde ich vertraute Geräusche und Gerüche. Dazu kommen die Leute, die ich in den vergangenen zehn Jahren kennenlernen durfte. Die meisten sind mir im Studium begegnet und manche treffe ich noch heute, in der Bibliothek, vor der Mensa oder einfach in der Stadt. Sie werden mir fehlen. Und damit meine ich nicht nur die Menschen, sondern ebenso die Orte.

Mein Stipendium für die Doktorarbeit läuft jetzt noch ein halbes Jahr, doch ich werde schon etwas früher wegziehen, weil in Erlangen mein Mietvertrag zu Ende geht. Ich möchte in den Frankfurter Raum ziehen, wo mein Freund wohnt. Ich freue mich sehr darauf, keine Fernbeziehung mehr führen zu müssen, aber ich freue mich ganz und gar nicht, Erlangen zu verlassen.

Ich habe mich hier nämlich richtig wohl gefühlt und häufig im Schlosspark oder am Europakanal entspannt, bevor ich mich wieder in die Arbeit gestürzt habe.

Ich bin zufrieden, wie es läuft und zuversichtlich für die letzte Phase meiner Dissertation. Trotzdem spüre ich auch Nostalgie bei dem Gedanken daran, dass sich nun alles ändern wird.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 20, 2016
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 20, 2016