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Verrechnet

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

23.08.2016

Immer wieder habe ich mich bei der Doktorarbeit verschätzt, häufig habe ich mich außerdem einfach verrechnet. Das ist aber auch kein Wunder. Schließlich tippe ich stundenlang Zahlen in den Taschenrechner ein. Ich hätte nicht gedacht, dass ich für meine Dissertation im geisteswissenschaftlichen Bereich noch einmal Prozentrechnung brauchen würde. Aber manchmal kommt es eben anders, als man denkt.
In meinem Fall liegt das daran, dass in einer Studie, die ich für meine Arbeit als Quelle heranzog, die Mediennutzung blinder und sehbehinderter Menschen quantitativ untersucht wurde. Ich dagegen führe eine qualitative Analyse durch und habe keine Chance, irgendwelche Prozente oder Mittelwerte anzugeben. Wie soll ich jetzt diese Studie mit meiner vergleichen? Das kann ich nur mit absoluten Zahlen. Ich muss herausfinden, wie viele Befragte sich beispielsweise hinter fünf Prozent verbergen. Wenn ich nämlich 20 von 28 Interviewten habe, die Bücher im Handel kaufen und bei der anderen Studie geben fünf Prozent an, dass sie das tun, weiß ich leider nicht, wie viele Menschen dort befragt wurden und ob es schließlich mehr oder weniger sind als bei meiner Untersuchung. Haben sie 100 Menschen befragt? Gehen wir davon aus, wären das fünf Personen weniger als in meiner Untersuchung. Bei 1.000 Befragten wären fünf Prozent aber 50 Personen und demnach mehr als bei mir. Das heißt, ich rechne nach. Überprüfe und korrigiere, bis mir der Kopf qualmt. Und ich investiere Zeit, die ich eigentlich nicht habe.

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