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Barrierefrei promovieren!

Noch ein letztes Mal

Autor:
Daniela

Rubrik:
beruf & karriere

04.12.2017

Nach dem Gespräch mit meiner Doktormutter fühle ich mich wie befreit. Die Muskeln in meinem Körper, die selbst beim Schwimmen nicht nachgegeben haben, lockern sich mit einem Mal. Und ich bekomme endlich wieder richtig Luft, zumindest kommt mir das so vor. Tief atme ich ein und aus, während ich begreife, wie angespannt ich tatsächlich in den vergangenen Tagen war. In der Nacht vor dem Gespräch habe ich sehr schlecht geschlafen. Diese Ungewissheit. Nichts tun zu können, weil ich vorher noch den Austausch mit meiner Betreuerin brauche …
Aber jetzt kann ich weitermachen. Ich weiß, welche Thesen ich in meiner Verteidigung vertreten werde. Inhaltlich ausbauen, festigen und die Thesen so formulieren, dass sie sich gut verteidigen lassen, muss ich das nun selbst.
Deshalb kümmere ich mich wieder einmal um die Literaturrecherche. Doch es gibt ein Problem: Ich will mir ein Inhaltsverzeichnis anschauen, aber die Datei ist nur als Bild übertragen. Damit weiß mein Screenreader nichts anzufangen, die Software zeigt mir nur ein leeres Dokument. Beinahe muss ich lächeln. Denn wie oft habe ich das schon erlebt? Für etliche Referate und Hausarbeiten, dann bei der Magisterarbeit, bei der Dissertationsschrift und jetzt, für meine Disputation – wahrscheinlich aber zum letzten Mal.
Es ist ein eigenartiges Gefühl. All diese Handgriffe und Arbeitstechniken sind mir so vertraut geworden. Nun biege ich zum Zieleinlauf ein. Danach werde ich, wie es aussieht, meine wissenschaftliche Laufbahn beenden.

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