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Barrierefrei promovieren!

Der Countdown läuft ...

In letzter Zeit habe ich viel gearbeitet, aber wenig für die Doktorarbeit. Mir steht nämlich die Disputation unmittelbar bevor. Und mit jedem Tag steigt meine Nervosität. Ich bin empfindlich und gereizt. Der Druck nimmt zu, dann platzt ein Ventil und mein persönliches Umfeld muss meine schlechte Laune ertragen.
Nüchtern betrachtet: Was kann mir schon passieren? Die Doktorarbeit habe ich bestanden, sonst wäre ich zur mündlichen Prüfung nicht zugelassen worden. Und die Verteidigung kann ich notfalls wiederholen. Also hätte ich, wenn ich jetzt im Mündlichen durchfallen würde, noch lange nichts verloren – außer Ansehen vielleicht. Und im Grunde spricht einiges dafür, dass ich den Test bestehen werde. Die Note halte ich für zweitrangig.
Trotzdem findet mein Freund, dass ich hektisch wirke. Und ich frage mich, ob ich mich zwanghaft beschäftigt halte. Ständig arbeite ich oder fahre irgendwo hin, treffe mich mit irgendwelchen Leuten. Ich bin erschöpft. Aber in den Leerlauf zu fallen, käme mir noch schlimmer vor. Dann würden die Gedanken kreisen, die schlimmsten Befürchtungen würden Gestalt annehmen.
Diese Phase gerade ist sehr eigenartig, aber hinterher werde ich feiern. Meine Eltern haben sich extra Urlaub genommen für den Tag meiner Disputation, um nach Erlangen zu fahren. Bei der Prüfung dürfen sie ja nicht dabei sein, das legt die Promotionsordnung so fest. Aber im Anschluss wollen wir zur Belohnung ins Steakhaus gehen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Jan 23, 2018
Autor: Daniela
Rubrik: beruf & karriere
Jan 23, 2018

Barrierefrei promovieren!

Noch ein letztes Mal

Nach dem Gespräch mit meiner Doktormutter fühle ich mich wie befreit. Die Muskeln in meinem Körper, die selbst beim Schwimmen nicht nachgegeben haben, lockern sich mit einem Mal. Und ich bekomme endlich wieder richtig Luft, zumindest kommt mir das so vor. Tief atme ich ein und aus, während ich begreife, wie angespannt ich tatsächlich in den vergangenen Tagen war. In der Nacht vor dem Gespräch habe ich sehr schlecht geschlafen. Diese Ungewissheit. Nichts tun zu können, weil ich vorher noch den Austausch mit meiner Betreuerin brauche …
Aber jetzt kann ich weitermachen. Ich weiß, welche Thesen ich in meiner Verteidigung vertreten werde. Inhaltlich ausbauen, festigen und die Thesen so formulieren, dass sie sich gut verteidigen lassen, muss ich das nun selbst.
Deshalb kümmere ich mich wieder einmal um die Literaturrecherche. Doch es gibt ein Problem: Ich will mir ein Inhaltsverzeichnis anschauen, aber die Datei ist nur als Bild übertragen. Damit weiß mein Screenreader nichts anzufangen, die Software zeigt mir nur ein leeres Dokument. Beinahe muss ich lächeln. Denn wie oft habe ich das schon erlebt? Für etliche Referate und Hausarbeiten, dann bei der Magisterarbeit, bei der Dissertationsschrift und jetzt, für meine Disputation – wahrscheinlich aber zum letzten Mal.
Es ist ein eigenartiges Gefühl. All diese Handgriffe und Arbeitstechniken sind mir so vertraut geworden. Nun biege ich zum Zieleinlauf ein. Danach werde ich, wie es aussieht, meine wissenschaftliche Laufbahn beenden.

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Dec 4, 2017
Autor: Daniela
Rubrik: beruf & karriere
Dec 4, 2017

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"Formulieren Sie diese Thesen neu!"

Vor zwei Monaten habe ich meine Dissertationsschrift abgegeben. Aber es wird noch lange dauern, bis ich den Doktortitel führen darf. Vor mir liegt noch eine Menge Arbeit. Zuerst muss ich meine Disputation vorbereiten, also die Verteidigung. Hierbei werde ich die Doktorarbeit in einem Referat von 15 Minuten vorstellen und eine These einbringen, die sich gut für eine Diskussion eignet.
Insgesamt brauche ich drei Thesen. Eine soll sich auf die Dissertation beziehen, die anderen beiden … Ja, das finde ich schwierig zu erklären und es überhaupt nur zu verstehen. Zunächst müssen diese Behauptungen meine Doktorarbeit inhaltlich berühren, außerdem das Fach, in dem sie geschrieben worden ist. Das heißt für mich: Buchwissenschaft. Und dann kommt bei mir noch Politik oder Geschichte hinzu, denn die Thesen sollen auch eines der übrigen Fächer abdecken, die ich ursprünglich im Magister studiert habe.
Zurzeit feile ich an diesen Sätzen herum. Denn nach dem ersten Versuch sagte meine Doktormutter: „Formulieren Sie Ihre Thesen neu!“ Den zweiten Versuch wollen wir bald besprechen. Hoffentlich wird es dann besser! Ich bin unruhig und angespannt, denn es fällt mir schwer, diese Aufgabe zu lösen. Allzu viel Zeit bleibt mir nicht mehr, schließlich muss ich danach noch einige Bücher und Beiträge lesen, um mich vernünftig auf die Verteidigung vorzubereiten. Und der Termin rückt unaufhaltsam näher …

Autor: Daniela  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Nov 28, 2017
Autor: Daniela
Rubrik: beruf & karriere
Nov 28, 2017