Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Barrierefrei promovieren!

Gute Sprache -Teil 1

Eine Doktorarbeit zu schreiben, hat mich in vielen Punkten herausgefordert. Wenn ich so darüber nachdenke, was das Schwierigste und Anspruchsvollste war, kommen mir aber vor allem zwei Situationen in den Sinn. Eine ganz am Anfang, als ich meiner Betreuerin ein Konzept vorlegte, worüber ich gerne schreiben würde. Zumindest glaubte ich, es wäre ein Konzept. Doch sie konnte es nur verwerfen, weil meine Übersicht, nach ihren Erfahrungen, eher wirkte wie ein unsortiertes Durcheinander.
Da ist mir zum ersten Mal so richtig klar geworden, dass eine Dissertation viel mehr benötigt als vorher die Magisterarbeit. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben, sondern weitergekämpft. Und später, nach Abschluss der ersten Version, meldete sich meine Doktormutter nochmals einschneidend zu Wort.
Inzwischen dachte ich, das Schlimmste überstanden zu haben, aber sie sagte – und schrieb es auch in ihrem Gutachten –, dass meine Arbeit sprachlich nicht überzeugen würde; was mich von den Füßen riss, immerhin bin ich, durch meine freiberufliche Tätigkeit als Lektorin, dauernd mit Ausdruck und Stil beschäftigt. Das ist meine höchste, meine beste Disziplin!
Also brauchte ich zwei bis drei Tage, um die Rückmeldung meiner Doktormutter zu verdauen und wieder handlungsfähig zu werden. Ich stand fast ein bisschen unter Schock.
In der Einschätzung, die der Zweitgutachter vorgelegt hatte, war allerdings keine Kritik zur sprachlichen Umsetzung zu finden. Im Gegenteil, hieß es bei ihm, dass mir die Arbeit – in dieser Hinsicht – gelungen wäre.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2019

Barrierefrei promovieren!

Immer noch besser

Ganze Tage und halbe Nächte habe ich an meinem Laptop verbracht, um meine Dissertationsschrift zur Veröffentlichungsreife zu bringen. Ja tatsächlich auch halbe Nächte: Einmal bis halb eins und am Abend danach bis halb zwölf saß ich noch dran. Aber jetzt ist das Gröbste geschafft, ich fühle mich gleichzeitig froh und erleichtert.
Bald wird meine Betreuerin die aktuelle Version bekommen. Es ist zu prüfen, ob diese den Anforderungen mehr entspricht als das, was ich vor rund zwei Jahren eingereicht habe. Und sobald meine Doktormutter absegnet, dass ich publizieren kann, bin ich auch von der letzten Sorge befreit.
Es geht natürlich immer noch besser, wie mir inzwischen klar geworden ist. Monate und Jahre habe ich mich in ein Thema vertieft und dabei doch so manches übersehen. Zumindest sind mir verschiedene Aufsätze und Bücher, ja sogar zwei Experten zur Mediennutzung blinder Menschen aufgefallen, die in der ersten Fassung meiner Doktorarbeit fehlten. Wie mir das passieren konnte, was genau ich mir bei den Recherchestrategien vorzuwerfen habe, bleibt selbst für mich ein Rätsel. Wahrscheinlich läuft es einfach so, dass man niemals alles erfassen wird, so sehr man sich auch darum bemüht. Und ich wette, spätestens im nächsten Jahr, wenn die Doktorarbeit frei zugänglich im Internet steht, wird mir erneut etwas begegnen; etwas, das ich eigentlich noch hätte unterbringen müssen. Das wird mich wahrscheinlich ärgern, dabei sollte ich mich eigentlich freuen, dass ich so viel geleistet und so viel gelernt habe.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 7, 2019
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 7, 2019

Barrierefrei promovieren!

Narkotikum für Männer

Meine Doktorarbeit wirkt wie ein Narkotikum für Männer, so kommt mir das vor. Der beste Kumpel meines Lebensgefährten war der Erste, den es getroffen hat. Ich wollte prüfen, ob die Zusammenhänge für andere verständlich sind. Aber es dauerte nicht lange, da atmete er in tiefen, gleichmäßigen Zügen und schlief.

Ehrlich gesagt hebt das nicht unbedingt die Laune, wenn man ohnehin schon depressiv ist und oft dagegen ankämpfen muss, nach unten gezogen zu werden. Und doch, irgendwie kann ich auch darüber schmunzeln. Zumal mein Vater die Geschichte mehrere Monate später wiederholte. Wir saßen im Wohnzimmer, ich mit meinem Laptop auf dem Schoß, ein Dokument der Dissertationsschrift geöffnet. Und nach ein paar Minuten fing er an, leise zu schnarchen.

Was mich betrifft, so schlafe ich häufig nachmittags ein paar Stunden. Außerdem bekomme ich ständig ein Hungergefühl, wobei ich darauf achte, nicht nur Süßkram oder Kaffee in mich hineinzustopfen. Mein Freund bemüht sich, mich für die letzten Wochen zu motivieren. Am meisten helfen mir allerdings zwei Frauen, die immer tatkräftig dabei sind, kurzfristig das Layout zu überprüfen oder eine Literaturangabe zu vervollständigen, weil ich dafür keine barrierefreie Webseite finde: Mama und Lisa, ihr seid Gold wert! Und ich weiß nicht, wie ich mich bei euch bedanken kann.

Autor: Daniela  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 9, 2019
Autor: Daniela
Rubrik: orientieren
Oct 9, 2019