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Narkotikum für Männer

Autor:
Daniela

Rubrik:
orientieren

09.10.2019

Meine Doktorarbeit wirkt wie ein Narkotikum für Männer, so kommt mir das vor. Der beste Kumpel meines Lebensgefährten war der Erste, den es getroffen hat. Ich wollte prüfen, ob die Zusammenhänge für andere verständlich sind. Aber es dauerte nicht lange, da atmete er in tiefen, gleichmäßigen Zügen und schlief.

Ehrlich gesagt hebt das nicht unbedingt die Laune, wenn man ohnehin schon depressiv ist und oft dagegen ankämpfen muss, nach unten gezogen zu werden. Und doch, irgendwie kann ich auch darüber schmunzeln. Zumal mein Vater die Geschichte mehrere Monate später wiederholte. Wir saßen im Wohnzimmer, ich mit meinem Laptop auf dem Schoß, ein Dokument der Dissertationsschrift geöffnet. Und nach ein paar Minuten fing er an, leise zu schnarchen.

Was mich betrifft, so schlafe ich häufig nachmittags ein paar Stunden. Außerdem bekomme ich ständig ein Hungergefühl, wobei ich darauf achte, nicht nur Süßkram oder Kaffee in mich hineinzustopfen. Mein Freund bemüht sich, mich für die letzten Wochen zu motivieren. Am meisten helfen mir allerdings zwei Frauen, die immer tatkräftig dabei sind, kurzfristig das Layout zu überprüfen oder eine Literaturangabe zu vervollständigen, weil ich dafür keine barrierefreie Webseite finde: Mama und Lisa, ihr seid Gold wert! Und ich weiß nicht, wie ich mich bei euch bedanken kann.

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