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Gute Sprache – Teil 1

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

28.11.2019

Eine Doktorarbeit zu schreiben, hat mich in vielen Punkten herausgefordert. Wenn ich so darüber nachdenke, was das Schwierigste und Anspruchsvollste war, kommen mir aber vor allem zwei Situationen in den Sinn.

Eine ganz am Anfang, als ich meiner Betreuerin ein Konzept vorlegte, worüber ich gerne schreiben würde. Zumindest glaubte ich, es wäre ein Konzept. Doch sie konnte es nur verwerfen, weil meine Übersicht, nach ihren Erfahrungen, eher wirkte wie ein unsortiertes Durcheinander. Da ist mir zum ersten Mal so richtig klar geworden, dass eine Dissertation viel mehr benötigt als vorher die Magisterarbeit. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben, sondern weitergekämpft.

Und später, nach Abschluss der ersten Version, meldete sich meine Doktormutter nochmals einschneidend zu Wort. Inzwischen dachte ich, das Schlimmste überstanden zu haben, aber sie sagte – und schrieb es auch in ihrem Gutachten –, dass meine Arbeit sprachlich nicht überzeugen würde; was mich von den Füßen riss, immerhin bin ich, durch meine freiberufliche Tätigkeit als Lektorin, dauernd mit Ausdruck und Stil beschäftigt. Das ist meine höchste, meine beste Disziplin!

Also brauchte ich zwei bis drei Tage, um die Rückmeldung meiner Doktormutter zu verdauen und wieder handlungsfähig zu werden. Ich stand fast ein bisschen unter Schock. In der Einschätzung, die der Zweitgutachter vorgelegt hatte, war allerdings keine Kritik zur sprachlichen Umsetzung zu finden. Im Gegenteil, hieß es bei ihm, dass mir die Arbeit – in dieser Hinsicht – gelungen wäre.

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