interaktiv

Familie und Studium

Willkommen und Abschied

Autor:
Simon

Rubrik:
studium

31.08.2009

Viel habe ich in den letzten knapp zwei Jahren von meinem Studium und meiner Familie berichtet. Und jede Menge gäbe es noch zu erzählen. Heute werde ich allerdings meinen letzten Beitrag für diesen Blog posten. Das hängt damit zusammen, dass der schier endlose Entscheidungsmarathon einfach nicht abreißt - und jetzt hat er auch diesen Blog erreicht. Das kam für mich selbst ein bisschen unerwartet.

Angefangen hat es damit, dass ich vor dem schwarzen Brett in unserem Institut für Theater- und Medienwissenschaft stand und mir plötzlich ein Aushang ins Auge fiel: Ausgeschrieben war dort eine für ein halbes Jahr befristete, geringfügige Stelle bei einem lokalen Theater- und Kulturveranstaltungszentrum, das 2010 ein großes Tanztheaterfestival ausrichtet. Arbeitsbereich: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Künstler-Akquise und -betreuung. „Super!", dachte ich. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Theater steht doch ganz oben auf meiner Liste möglicher Tätigkeiten nach dem Studium. Und nebenjobmäßig muss ich ja sowieso was machen, schließlich wächst und wächst unsere Tochter ohne Pause und braucht dauernd neue Klamotten und so. Die müssen ja finanziert werden.

Da das Ganze aber mit 400 Euro monatlich vergütet wird, war klar, dass ich meinen bisherigen geliebten Nebenjob als Filmvorführer sowie der schöne Blog dann aus Zeit- und Verdienstgründen - bei mehr als 400 Euro im Monat müsste ich Steuern zahlen - weichen müssen. Ich hab dann einfach mal angerufen, Bewerbungsunterlagen hingeschickt, kurze Zeit später war ich schon beim Bewerbungsgespräch und nochmal ein paar Tage später hatte ich die Zusage. Damit war die Entscheidung gefallen: Ich geh zum Theater.

Doch erstmal muss jetzt noch die Magisterarbeit fertig gestellt werden und da drängt die Zeit schon ganz schön. 80 bis 100 Seiten schreibt man nun mal nicht in ein paar Tagen. Etwa 30 habe ich bisher geschafft und noch einen Monat Zeit. Das wird eine echte Herausforderung. Ich merke zwar, dass ich es immer besser auf die Reihe kriege, mich von den Sachen um mich herum nicht mehr so doll ablenken zu lassen und die Arbeit immer im Blick zu behalten. Aber für meine Familie ist das natürlich keine einfache Situation: Papa ist nur noch am arbeiten. Aber den Sonntag bewahren wir uns als Familientag, da ruht das Studium und Papa kann auch mal mit auf den Spielplatz. Das muss einfach sein.

Vielleicht wäre diese Phase jetzt leichter zu bewältigen ohne Familie, aber nach wie vor bereue ich keine Sekunde, dass wir uns für Familie UND Studium entschieden haben. Stände ich jetzt schon im Berufsleben, hätte ich niemals die Möglichkeit gehabt, meine Tochter so intensiv beim Aufwachsen begleiten zu können. Und das ist ein einmaliges Erlebnis, dass ich jedem wünsche! Studium UND Familie hat schon seinen Preis, aber die Entlohnung ist unbezahlbar!

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