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Freiwilligendienst im Ausland

Ecuador

Schon beim Planen der Reise ist uns aufgefallen: In Ecuador gibt es unendlich viel zu entdecken. Mehr als wir in knapp zwei Wochen schaffen würden. Der Plan war, dass wir erst von Cuenca nach Loja fahren und von dort aus den Podocarpus Nationalpark erreichen. Durch die nahe Lage zur peruanischen Grenze verschlägt es kaum Touristen nach Loja, da es sozusagen Endstation ist. Zur peruanischen Grenze sind es gut acht Stunden im Bus durch unwegsames Gelände und fast niemand plant eine länderübergreifende Reise. Gut für uns. In Loja angekommen, fanden wir schnell ein Hostel und sind dann am nächsten Tag auf eigene Faust nach Zamora in den Regenwald gefahren. Von dort aus ist es nur noch eine Taxifahrt bis zum Nationalpark. Die Flora ist das Aushängeschild des Parkes. 60 Prozent aller Pflanzen kann man nur dort anfinden und sind somit einzigartig. Die Fauna soll auch beeindruckend sein, aber als unbeholfene Europäer und nur mit einem Flyer ausgestattet, fiel uns das nicht wirklich auf. Trotzdem hinterließen verschiedene Vögel, zwei riesige Ameisenkolonien und sogar ein Affe Eindruck. Das wirklich besondere war aber, dass wir lediglich zwei weitere Besucher am Ausgang getroffen haben. Diese Einsamkeit war doch etwas Besonderes, was oftmals durch den wachsenden Massentourismus zerstört wird. Nach Regenwaldmanier wurden wir natürlich kurz vor der Heimfahrt ordentlich nass und waren froh, im Hostal in Loja noch einmal duschen zu dürfen. Über Nacht sind wir dann zur peruanischen Grenze gefahren. Sobald die Sonne herauskam und ich rechts und links einen steilen Abhang gesehen habe, konnte ich nicht mehr schlafen. Es handelte sich nicht um irgendein Fahrzeug, sondern um einen großen Reisebus. Auf wundersame Weise sind wir gegen neun Uhr morgens heil im Grenzbüro auf der peruanischen Seite angekommen. Wir waren vermutlich die einzigen Kunden an diesem Tag und bekamen dafür einen Topservice. Jedoch warteten noch knapp zehn Stunden Fahrt nach Chachapoya auf uns.

Autor: David   |  Rubrik: orientieren  |  Apr 1, 2020
Autor: David
Rubrik: orientieren
Apr 1, 2020

Freiwilligendienst im Ausland

Halbzeit - Teil 2

Das Seminarhaus ist eine Art Kloster. Wir wurden von den „Hermanas“ bekocht, es wurde geputzt, der Garten war schön hergerichtet und somit stand der Entspannung nichts im Wege. Ein paar Straßen weiter unten gab es sicherlich Familien, bei denen Essen Mangelware ist. Inwiefern das Luxusleben hinter Zäunen für einige wenige und das endlose Leid vor den Zäunen miteinander vereinbar ist, bleibt für Normalsterbliche wahrscheinlich immer ein Rätsel. Aber wie immer: es ist bequemer fürs Gewissen einfach in der Hängematte zu liegen.
Unsere Gruppe war ziemlich durchmischt von verschiedenen Organisationen. Außer uns sechs waren alle anderen an Schulen in Ecuador, um Englisch zu unterrichten. Daher dominierten Themen wie Schulunterricht, Gastfamilien und das Leben in Ecuador das Seminar. Jedes Thema findet aber seinen Platz. Am Abend wurden die Themen für den nächsten Tag vorgeschlagen. Aufgrund der großen Streuung wurden immer Gruppenarbeiten angeboten. Angeboten heißt, dass man keine Verpflichtung hat, irgendwo hinzugehen und teilzunehmen. Wer Lust hat alleine oder mit anderen spazieren zu gehen, der kann das jederzeit problemlos tun. Das ist sicherlich ein Aspekt, den ich an den Seminaren des IB sehr schätze. Da ich von den Hauptthemen wenig mitnehmen konnte, nutzte ich das Angebot am letzten Seminartag. Das Unterhalten, Austauschen und die Zeit für sich fand ich trotzdem sehr bereichernd. Alles Dinge, für die man jedoch nicht unbedingt nach Ecuador hätte fliegen müssen.
Und dann war das Seminar auch schon vorbei. Trotz allem geht die Zeit wahnsinnig schnell vorbei. Und dann, sobald man alle Namen weiß, die Gespräche Tiefe finden und man sich wohlfühlt geht es wieder weiter. Eigentlich schade. Aber bei mir stand nicht der geplante Rückflug an, sondern eine zweiwöchige Reise durch Ecuador und Nordperu bis nach Arequipa – ohne Flug.

Autor: David   |  Rubrik: studium  |  Mar 25, 2020

Freiwilligendienst im Ausland

Halbzeit - Teil 1

Ich hatte bereits von den Vorbereitungsseminaren vor dem Freiwilligendienst geschrieben. Nach sechs Monaten gibt es, als festen Pflichttermin, das Zwischenseminar. Gedacht ist, dass die Freiwilligen des Vorbereitungsseminares sich erneut treffen und sich über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Leben austauschen. Eine überaus niederschmetternde Nachricht war vor dem Seminar für uns, dass die ehemalige Gruppe zu groß sei und wir sechs Freiwillige aus Peru in eine andere Gruppe verfrachtet werden. In einem fünftägigen Seminar ist es unmöglich, sich erst noch kennenzulernen und danach genügend Zeit zu haben, sich auf einer Vertrauensbasis zu unterhalten. Mit ziemlich niedrigen Erwartungen sind wir also nach Ecuador geflogen. Im Hinblick auf all diese Aspekte ist es bezeichnend für den dekadenten Zustand in der wir uns als Menschheit gerade befinden, dass wir für ein paar Tage zu einem Seminar eingeflogen werden. Einerseits wird an einem Ort geholfen, andererseits werden (zusätzlich zu den Hin- und Rückflügen) auf die unnötigste Art und Weise 3,6 Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepustet. Schön gehorsam sind wir aber natürlich nach Guayaquil geflogen und von dort aus nach Cuenca nochmal vier Stunden mit dem Bus gefahren. 30 Grad Celsius, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Damit mussten wir erstmal wieder klar kommen nach sechs Monaten in der Wüste Arequipas. Über den wunderschönen Pass des Nationalparks „Cajas“ sind wir dann nachts in Cuenca angekommen, wo ein Hostel bereits für uns reserviert war. Die Kosten werden von der jeweiligen Organisation übernommen. Der Internationale Bund ist eine sehr gute Organisation. Die Ansprechpartner stehen immer zur Verfügung und es herrscht ein gutes und lockeres Verhältnis. Das hat mir dann im Endeffekt auch den Frust etwas genommen, weil ich die gegenüberliegende, organisierende Seite verstanden habe. Das Seminarhaus lag etwa 30 Minuten Autofahrt von Cuenca entfernt. Wir hatten jedoch erstmal einen Vormittag Zeit, um Cuenca zu erkunden. Dabei fielen mir unzählige Unterschiede zu Arequipa auf, was wieder einmal zeigt, wie divers und unterschiedlich der südamerikanische Kontinent ist. Vor dem Mittagessen sollten wir dann aber im Haus angekommen sein. Nach ewiger Irrfahrt mit dem Taxi sind wir schließlich am Seminarhaus angekommen.

Autor: David   |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2020
Autor: David
Rubrik: studium
Mar 12, 2020