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Freiwilligendienst im Ausland

WG-Life

Das Leben in einer Wohngemeinschaft war für mich anfangs Neuland. Mit Gleichaltrigen zusammen zu wohnen ist doch eine andere Sache als mit der Familie zusammen leben. Hier in Peru kann ich auch nicht einfach das Mietverhältnis kündigen. Das würde dann auch das Ende des Freiwilligendienstes bedeuten. Der Vorteil unserer WG. Dafür befinden wir uns alle vier in der gleichen Situation und wir ziehen daher grundsätzlich an einem Strang.
Von der Ferne aus betrachtet sind die meisten Probleme eher „Problemchen“, aber manchmal ist man eben auch schon von Kleinigkeiten genervt. Das kann schon bei Dingen wie Milch und Butter anfangen. Diese Lebensmittel sind hier in Peru vergleichsweise teuer und wenn eine Person mehr davon konsumiert als die anderen, sorgt das schon mal für Frust. Inzwischen haben wir aber eine ganz gute Lösung gefunden und jeder bezahlt ungefähr das, was er verbraucht. Ein anderes bekanntes Konfliktthema in Wohngemeinschaften ist das Putzen. Bei uns hat sich das aber noch nicht aufgetan. Jeden Samstag putzt jeder abwechselnd Küche, Flur und die Bäder. Praktisch in einer WG ist es, ein eigenes Zimmer zu haben. So hat man den nötigen Rückzugsort. Auch wenn es Spaß macht, zusammen zu leben, brauche ich auch mal Zeit für mich alleine. Das funktioniert auch sehr gut. Insgesamt ist aber die WG eine gute Sache. Wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen, ist das kein Problem. Es ist bereichernd, die verschiedenen Lebensweisen von anderen Menschen kennenzulernen.

Autor: David   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 21, 2020
Autor: David
Rubrik: orientieren
Jan 21, 2020

Freiwilligendienst im Ausland

Es weihnachtet?

Auch Peru wird von der kommerziellen Belagerung zur Weihnachtszeit nicht verschont. Deshalb erschallt in jedem Einkaufszentrum immer wieder die gleiche amerikanische Weihnachtsmusik à la Jingle Bells und überall hängt kitschige Weihnachtsdeko. Währenddessen laufen alle mit T-Shirts, Sonnenbrillen und teilweise sogar kurzen Hosen durch die sonnigen Straßen. Für die hiesige Bevölkerung scheint das kein Widerspruch darzustellen, weil sie das nicht anders kennen. Für mich hingegen ist es ziemlich schwierig, die alteingesessenen Assoziationen von Weihnachten – sprich gemütliches Zusammensein im beheizten Haus und vielleicht (mit viel Glück) ein bisschen Schnee – durch Strand, Hitze und Sommerferien zu ersetzen. Unser selbstgebastelter Adventskalender und die Linzertorte, welche mir zugesandt wurde, helfen aber mittlerweile ein bisschen in eine Art „Weihnachtsstimmung“ zu kommen. In den kommenden Tagen wollen wir noch Waffeln und dann noch ganz klassisches Weihnachtsgebäck backen. Mal sehen, ob es dann so richtig weihnachtet.
Am Sonntag waren wir außerdem mit den vier jüngsten Mädchen im Kino. Schon seit Wochen war Frozen II das Gesprächsthema schlechthin. Es gibt mittlerweile Stifte, Plüschtiere, Rucksäcke und alles Erdenkliche in der passenden Aufmachung. Demnach waren alle vier sehr aufgeregt. Nur eine war zuvor schon einmal in einem Kino gewesen. Bevor es losgehen konnte, sind wir erstmal Rolltreppen gefahren. Und damit meine ich hoch – runter – hoch – runter. Schlussendlich mussten wir uns dann noch beeilen, um nicht zu spät zu kommen. Wir sind dann gerade noch pünktlich angekommen, um dann festzustellen, dass wir uns alleine im ganzen Saal befanden. Typisch peruanisch trudelten alle Besucher während der ewigen Werbezeit ein, bei Filmbeginn war der Saal dann doch rappelvoll. Die kommenden Tage wird der Film wahrscheinlich das einzige Gesprächsthema bei den Mädchen sein – Mission erfüllt.

Autor: David   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 14, 2020

Freiwilligendienst im Ausland

Pazifik

Trotz der vielen Arbeit, oder gerade deswegen, versuchen wir so gut und intensiv wie möglich die Wochenenden zu nutzen. Dadurch, dass ich unter der Woche eigentlich immer ausschlafen und den Tag ruhig angehen kann, habe ich normalerweise genügend Zeit, um auch mal entspannen zu können. Das macht für mich die Arbeit nicht richtig zur Arbeit, da das Ausschlafen für mich ein ziemlich großer Teil von guter Lebensqualität ist und ich somit ohne Stress in den Tag starten kann. Nichtsdestotrotz sind wir am Sonntag zu dritt an den Strand gefahren. Ich arbeite am Wochenende mittlerweile an einem Tag, da ich den Social Media Account des Heimes betreue und dadurch selbstbestimmt arbeiten kann. Zu Beginn war geplant, mit dem Bus vom Terminal zum Strand zu fahren. Dafür gab es eine kurze WhatsApp Erklärung einer ehemaligen Freiwilligen, weswegen es eher eine Fahrt ins Blaue geworden wäre. Wie so oft hier kam alles wieder ganz anders. Ein peruanischer Freund, den wir in einer Bar mal kennengelernt haben, fragte uns, ob er mitkönne. Natürlich haben wir zugesagt und kurz darauf meinte er nur, dass andere Freunde von ihm ebenfalls mitgehen würden und sogar mit dem Auto fahren würden. Wie großartig! Das zeigt wieder einmal, dass Connections alles sind und man auf jeden Fall versuchen sollte, Leute vor Ort kennenzulernen. Zu siebt im Siebensitzer mit Reggae und guter Stimmung ging es dann entspannt zum Strand. Das erste Mal am Pazifik. Bei der Ankunft habe ich mich sofort in die Wellen verliebt. Respekteinflößend, massiv und zahlreich brandeten sie unablässig gegen den Sandstrand und die vereinzelten Felsen. Mit Campingstühlen und dem lebensrettenden Sonnenschirm haben wir uns einen Platz ausgesucht. Das Wasser war überraschend kalt, aber das konnte uns natürlich nicht zurückhalten und durch den stetigen Kampf mit den Wellenwogen wurde die Kälte mit der Zeit einem gar nicht mehr so bewusst. Abends haben wir dann noch gegrillt und sind bis nach 20 Uhr geblieben. All das wäre mit dem Bus nicht möglich gewesen. Die Heimfahrt war anstrengend, aber je näher die Stadt rückte, desto besser wurde es. Um ein Uhr nachts waren wir dann auch wieder zuhause. Insgesamt war es wieder mal ein anstrengendes und mindestens genauso aufregendes Wochenende. Gleichzeitig war es mein erster Advent am Strand. All das ist nur durch meinen Freiwilligendienst möglich. Diese Zwanglosigkeit und Selbstbestimmtheit sind so ziemlich die zwei Dinge, die ich fast am meisten daran schätze.