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FSJ in Tschechien

Wer bin ich eigentlich und was mache ich hier überhaupt?!

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

07.10.2010

Ein Freiwilligendienst an einer Grundschule in Tschechien? Wie geht das denn?
Ganz einfach: Über kulturweit und das Goethe-Institut Prag, das mich an die Schule vermittelte. Und dort stehe ich jetzt, mal in der ersten, mal in der dritten Klasse, spreche kein Wort Tschechisch, ein wenig Englisch und total überflüssigerweise ziemlich gut Italienisch und Französisch.

Ich war mehr als einmal höchst erleichtert, „nur“ die Sprachassistenz zu sein, das heißt, ich muss keinen eigenständigen Unterricht machen (das wäre ja auch völlig unmöglich so ganz auf Deutsch). Und doch: In der Klasse 3B stehe ich regelmäßig alleine vor meinen 18 Schützlingen und dann heißt es, improvisieren! Erklär mal Mathefußball und Eckenrechnen mit Händen und Füßen!

Oft stehe ich auch einfach daneben und versuche dem Unterricht zu folgen. Das ist nicht ganz einfach, denn jeden Moment kann es heißen: Paní uèitelka! – Inga macht jetzt dies und das mit euch. Dann stürmen plötzlich mindestens acht Kinder auf einmal auf mich zu, umarmen mich irgendwo auf Kniehöhe und erwarten etwas von mir. Was, das ist mir vollkommen schleierhaft, schließlich habe ich nichts von der vorangegangenen Erklärung auf Tschechisch verstanden. Meistens zähle ich dann mit den Kindern auf Deutsch, bis ich endlich annähernd weiß, was in etwa getan werden soll.

So sieht die muttersprachliche Assistenz an einer Grundschule aus und so, oder ähnlich, werde ich wohl die nächsten zwölf Monate verbringen. Aber irgendwann, so hoffe ich, werde ich zumindest die Arbeitsanweisung auf Tschechisch verstehen …

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