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FSJ in Nicaragua

Warum sich Ticos und Nicas hassen

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.03.2010

Als wir in Costa Rica am Steg anlegten, merkten wir sofort, dass wir in einem anderen Land waren. Nur 40 Minuten entfernt und doch so anders. Die Straßen waren geteert, die Häuser aus Stein und alle ausnahmslos gut verputzt, mit ordentlich angelegten Gärten. Nicht zu unrecht wird Costa Rica auch “die Schweiz Mittelamerikas” genannt. Es ist das reichste, aber auch das teuerste Land Zentralamerikas. Das bekamen wir auch bald zu spüren. Während man in Nicaragua mit Leichtigkeit ein Hotel für fünf Dollar die Nacht finden kann, muss man in Costa Rica schon mit 15 bis 20 Dollar rechnen.

So suchten wir uns eine kleine “Hospedaje”, wo wir die Nacht verbrachten. Wir waren keine fünf Minuten unterwegs, als ein Polizist uns anhielt und meinen Freund barsch nach seinem Pass fragte. Er analysierte seinen Ausweis zirka eine Viertelstunde, bis er ihm das Dokument schließlich zurückgab. Vorher ließ er es sich allerdings nicht nehmen, meinen Freund von oben bis unten abschätzig zu mustern und festzustellen: “Sie sind also Nicaraguaner?!”. Mit diesen Worten stolzierte er davon.

Man muss wissen, dass seit Jahrzehnten eine Feindschaft zwischen den “Nicas” und den “Ticos” besteht, da viele arme Nicaraguaner nach Costa Rica gehen, um dort Arbeit zu suchen. Allerdings sind es allesamt Jobs, für die sich die “Ticos” zu schade sind. So wird den “Nicas” ein regelrechter Hungerlohn für wahre Knochenarbeit bezahlt. Doch verdienen sie auf diese Weise immer noch mehr als in Nicaragua. So nehmen viele Nicaraguaner die alltäglichen Demütigungen, das Fremdsein und die abschätzigen Blicke in Kauf, in Hoffnung auf ein besseres Leben.

 

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