interaktiv

FSJ in Nicaragua

Täglich drei Stunden zur Uni

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

06.05.2010

Erika hatte Recht gehabt. Als sie mich am nächsten Morgen um fünf Uhr weckte, schaute ich sie verschlafen aus meinen verquollenen Augen an. „Wir müssen in einer Stunde los, wenn wir rechtzeitig in der Uni ankommen wollen“, erklärte sie mir. „Was? Um wie viel Uhr fängt denn deine erste Stunde an?“, fragte ich sie erstaunt. „Um neun, aber die Hochschule liegt auf der anderen Seite der Stadt und es gibt um diese Uhrzeit immer viel Verkehr“, antwortete sie mir. Langsam stand ich auf, um ins Bad zu gehen, als ich realisierte, was sie da eigentlich gesagt hatte. Drei Stunden? Ich konnte es nicht fassen. „Du fährst jeden Morgen drei Stunden zur Uni?“ „Und drei Stunden nach Hause“, gab sie gelassen zurück.

Als wir endlich an der „Iberoamerica“ ankamen, stieg ich erleichtert aus dem Wagen. Mit dem Gedanken, dass ich nach so einer langen Fahrt in Deutschland bereits in Tschechien oder Österreich sein könnte, folgte ich Erika in das riesige moderne Gebäude.

 Es war sehr interessant ihre ganzen Klassen zu besuchen. Da sie Modedesign studiert, hat sie viele Kunstklassen, in denen sie verschiedene Projekte macht. Als wir endlich um 19 Uhr müde nach Hause gelangten, war ich froh, nicht in Mexico-City zu leben. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, jeden Tag sechs Stunden im Auto zu verbringen.

 

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