interaktiv

FSJ in Tschechien

Von Abiturklausuren und anderen Stolpersteinen ...

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

10.06.2010

Es ist Dienstagmorgen, 12:01 Uhr. Vor mir liegen vier dicht beschriebene Seiten mit Zahlen, Formeln, Zeichen und anderen mir vor einer halben Minute noch verständlich gewesenen Hieroglyphen. „Abgabe!“, tönt es vom Lehrerpult. Im Raum ist es warm, die Sonne hat mir während der letzten halben Stunde ins Gesicht gebrannt. Schwungvoll lasse ich meine Matheprüfung auf das Pult fallen und bewege mich federnden Schrittes zur Tür.
„GESCHAFFT!!!!!!!!“ Die Erleichterung im Flur ist fast greifbar. Einem laut summenden Hummelschwarm ähnlich bewegt sich dreiviertel meiner Klassenstufe aufgeregt und laut schnatternd durcheinander, um die gewagtesten Lösungsstrategien untereinander zu vergleichen. Das war’s. Es ist vorbei! Wie beschwingt man doch plötzlich durch das Schulviertel schreitet! Hat einen vorher der graue Beton und die nervige rote Ampel gestört, fallen einem plötzlich die majestätische Eiche neben der Schule und die Sonnenstrahlen, die sich in der Fensterfront spiegeln, auf! So schön kann der Schulalltag sein!

Doch diese Euphorie ist leider nur von kurzer Dauer. Eben noch ein Gefühl voller Zufriedenheit, jetzt Stress und Panik: Kaum habe ich angefangen, das anliegende Wohngebiet mit den wummernden Bässen und dem Gejohle meiner Mitfahrer zu beschallen, um unserer Freude Ausdruck zu verleihen, klingelt mein Handy. Kurz und spontan hat sich das Jahrbuchkomitee entschieden, die Abizeitung übermorgen in Druck zu geben. Da war es aus mit Ruhe und Zufriedenheit. Den Rest des Tages und auch die folgende Nacht verbringe ich vorm PC. Meine zuverlässigen Komiteeleute, Pizza, USB-Sticks, Coca  Cola, Kaffee, ein riesiger Wust an Zetteln, Handys, Telefone und Nusspli-Toasts sind für die nächsten 24 Stunden meine unabdingbaren Begleiter. Morgens um vier sind wir fertig. Mit der Zeitung, mit den Nerven, mit der Welt. Vier Stunden später ist die Abizeitung unterwegs zur Druckerei. Und jetzt freue ich mich nur noch auf mein Bett …

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