interaktiv

FSJ in Nicaragua

Die letzte Puppe

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

06.07.2010

 Gespannt, was das Fest noch alles mit sich bringen würde, setzte ich mich neben Erika an den uns zugewiesenen Tisch. Bald schon begann der Showmaster die Feier, indem er die Quinceañera und ihre Familie vorstellte. Nachdem das Geburtstagskind ein selbstgeschriebenes Lied zu Ehren ihrer Eltern mit zaghaftem Stimmchen zum Besten gegeben hatte, folgten zwei Tänze, eine Hip-Hop- und eine Salsa-Choreografie, die sie zusammen mit vier Jungen einstudiert hatte. „Das ist ein allseits bekannter Brauch“, erklärte mir Erikas Mutter. „Jede Quinceañera muss sich auf irgendeine Art präsentieren. Die meisten machen dies tanzend.“

Bei diesen Vorstellungen hatten sich Erika und Laura ziemlich gut zurückgehalten. Als jedoch dem Geburtstagskind ihre „letzte Puppe“ als Zeichen dafür, dass die Kindheit nun vorbei sei, übergeben wurde, grinsten sich die zwei Schwestern verstohlen an. Nachdem ihrer Cousine auch noch ein glitzernder Zauberstab und ein kleines Plastikdiadem überreicht und sie mit den Worten „Nun bist du die Schönheit des Abends“ zur Prinzessin gekürt worden war, hielten die zwei es nicht mehr aus und prusteten hinter vorgehaltener Hand los. Allerdings brachte sie der warnende Blick der Mutter schnell zum Schweigen. Auch der Vater fügte hinzu: „Lasst sie doch! Vielleicht ist das für unseren Geschmack zu kitschig, aber es ist ihr Fest!“

Nachdem der offizielle Teil der Feier vorüber war, begann die Band zu spielen. Von Salsa über Merengue bis zu Reggaeton war alles dabei und alle tanzten bis in die frühen Morgenstunden. So wurde es doch noch für alle eine schöne Fiesta.

 

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