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FSJ in Tschechien

Der letzte Tag

Die Sonne strahlt fröhlich vom Himmel, geradezu als wolle sie unserem Jahrgang zum Abitur gratulieren. Die Glocken läuten und ihr Klang wird vom Wind weiter getragen und ist in der Ferne noch zu hören. Nach einem bewegenden Gottesdienst strömt ein Zug feierlich gekleideter Abiturienten aus der Kirche, hier und da ein Blitzlicht und schon bewegt sich die Kolonne gen Schule, um die Entlassung der Abiturienten 2010 zu feiern.
Die schon im Vorfeld gefürchteten Grußworte des Direktors, des Bürgermeisters, der Eltern- und Schülervertretung fallen zur Überraschung aller lebendig und humorvoll aus. Auch die Hippie-Rede unserer Jahrgangsstufenleitung über sein eigenes Abitur ruft lautes Gelächter hervor. Und dann ist es soweit: Mein Name wird aufgerufen. Zwei Treppenstufen auf die Bühne, ein freundliches Lächeln vom Direktor, der mir eine wundervolle blaue Zeugnismappe entgegenhält, kurz innegehalten fürs Foto, dann zur Jahrgangsstufenleitung, ein fester Händedruck und eine nett überreichte Rose, Applaus, zwei Treppenstufen wieder hinunter, das war’s. Unspektakulär, aber ein einschneidendes Erlebnis.

Der restliche Vormittag ist dem Sektempfang und den Gratulationen gewidmet, man unterhält sich viel freier und ausgelassener als es sonst zwischen Lehrern und Schülern üblich ist. Das Gruppenfoto wird unter der sengenden Mittagssonne zur Qual, aber irgendwann ist auch diese allerletzte schulische Hürde genommen und die Wege trennen sich. Zumindest bis zum Abend, denn dort wird ausgelassen und glücklich der Abiball zelebriert. Zwölf Stunden später sind 13 Jahre Schule endgültig vorbei und der ein oder andere blickt nun leicht verkatert in Richtung Zukunft.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 8, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 8, 2010

FSJ in Nicaragua

Die letzte Puppe

 Gespannt, was das Fest noch alles mit sich bringen würde, setzte ich mich neben Erika an den uns zugewiesenen Tisch. Bald schon begann der Showmaster die Feier, indem er die Quinceañera und ihre Familie vorstellte. Nachdem das Geburtstagskind ein selbstgeschriebenes Lied zu Ehren ihrer Eltern mit zaghaftem Stimmchen zum Besten gegeben hatte, folgten zwei Tänze, eine Hip-Hop- und eine Salsa-Choreografie, die sie zusammen mit vier Jungen einstudiert hatte. „Das ist ein allseits bekannter Brauch“, erklärte mir Erikas Mutter. „Jede Quinceañera muss sich auf irgendeine Art präsentieren. Die meisten machen dies tanzend.“

Bei diesen Vorstellungen hatten sich Erika und Laura ziemlich gut zurückgehalten. Als jedoch dem Geburtstagskind ihre „letzte Puppe“ als Zeichen dafür, dass die Kindheit nun vorbei sei, übergeben wurde, grinsten sich die zwei Schwestern verstohlen an. Nachdem ihrer Cousine auch noch ein glitzernder Zauberstab und ein kleines Plastikdiadem überreicht und sie mit den Worten „Nun bist du die Schönheit des Abends“ zur Prinzessin gekürt worden war, hielten die zwei es nicht mehr aus und prusteten hinter vorgehaltener Hand los. Allerdings brachte sie der warnende Blick der Mutter schnell zum Schweigen. Auch der Vater fügte hinzu: „Lasst sie doch! Vielleicht ist das für unseren Geschmack zu kitschig, aber es ist ihr Fest!“

Nachdem der offizielle Teil der Feier vorüber war, begann die Band zu spielen. Von Salsa über Merengue bis zu Reggaeton war alles dabei und alle tanzten bis in die frühen Morgenstunden. So wurde es doch noch für alle eine schöne Fiesta.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 6, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 6, 2010

FSJ in Tschechien

Als V.I.P. in der Schule

Heute ist ein ganz besonderer Tag. Es ist DER Tag. Nicht nur der Tag der Notenvergabe, nein, viel besser: Der Tag der Abizeitung. Endlich ist das Meisterwerk, das uns so viel Nerven, Zeit und gute Laune gekostet hat, fertig. Aber was heißt fertig? Es ist keine konfuse Sammlung verirrter Dateien auf USB-Sticks, Laptops, PCs, CDs und anderen virenanfälligen Hilfsmitteln mehr, sondern es ist Papier zum Blättern, Festhalten und Vollschreiben. Es kann nun nicht mehr durch einen simplen Stromausfall gelöscht werden, sondern es ist da, man kann es fühlen, es ist nicht mehr abstrakt. Und das ist ein unglaubliches Gefühl!
Begeistert stehe ich also vor dem Bulli, mit dem wir bis auf den Schulhof fahren durften, koordiniere Zwölftklässler, die unser Jahrbuch in die Schule schleppen, und zähle das Wechselgeld. Gleich kommt die Meute der Mitschüler in die Schule gestürmt  und man wird anhand ihrer Reaktion sehen, ob unsere Arbeit ankommt oder nicht. Das Titelblatt haben wir vom Komitee bis zum letzten Augenblick geheim gehalten, wir waren sicher, dass es Zustimmung finden würde. Im Moment zweifle ich noch daran.

Dann geht die Tür auf und die ersten Mitschüler kommen herein. Sie nehmen das riesige „ABIZEITUNG: JETZT!“ Plakat wahr, stutzen kurz und ihr Blick fällt auf das glänzende Cover unserer Abizeitung. Bingo! Anerkennende Kommentare werden laut, das Layout wird allgemein gelobt und das Titelbild leuchtet schon von weitem durch die Schule. Nach anderthalb Stunden sind 120 Exemplare verkauft!
Auch den Lehrern gefällt unser Buch, etwas pompös finden sie, aber etwas Besonderes. Außerdem seien die Fotos von guter Qualität und über die Rechtschreibfehler wolle man generös hinwegsehen. Dankeschön!

Und als dann die lange Schlange vor dem Lehrerzimmer schrumpft und ich es endlich wage meine Ergebnisse abzuholen, da erscheint mir die Abizeitung noch schöner als vorher …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jul 2, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jul 2, 2010