interaktiv

FSJ in Nicaragua

Mein zweites Zuhause

Autor:
Esther

Rubrik:
studium

22.07.2010

Auf der Heimfahrt vom Flughafen unterhielten wir uns ausgelassen. Vor allem Brianna erzählte mir ganz genau, was in letzter Zeit passiert war. So erfuhr ich alles über den neusten Tratsch und Klatsch der High School, über ihre Pläne aufs College in New York zu gehen und, dass sie dieses Jahr einen Austauschschüler aus Italien bekämen.

Es war so, als ob ich nie weg gewesen wäre. Als ob ich meine Gastfamilie gestern das letzte Mal gesehen hätte und nicht etwa vor zwei Jahren. Während wir mein Gepäck auf unser Zimmer brachten, wurde mir plötzlich klar, dass ich zu Hause war. Dieses Gefühl hatte ich nicht mehr gehabt, seitdem ich Nicaragua verlassen hatte.

Schon damals, als ich nach meinem Auslandsjahr in der elften Klasse nach Deutschland zurückgekehrt war, hatte ich gespürt, dass Texas zu meiner zweiten Heimat geworden war. Alles war vertraut. Das Haus, die Gesichter, der Geruch. Alles. Ich fühlte mich einfach wohl. Und ich wusste, dass es immer so sein würde.

Es war eine unglaubliche Erleichterung für mich, endlich kein Gast mehr zu sein, sondern ein Familienmitglied. Ich wusste zwar, dass das auch bedeutete, ab und zu den Tisch zu decken, das Geschirr abzuspülen und die Hunde zu füttern, aber das war es ja gerade, was mich zu einem Familienmitglied machte. Auf die Dauer war es doch sehr anstrengend gewesen, sich immer nur als Gast zu fühlen.

Während ich an diesem Abend in meinem Bett lag und die Müdigkeit mich langsam übermannte, wusste ich, dass ich in dem Moment einfach nur glücklich war.

 

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.