interaktiv

FSJ in Nicaragua

Für immer im Ausland?

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

11.08.2010

Als wir in Calgary, Alberta, landeten, holten uns sieben der 15 Geschwister ab – allesamt rothaarig. Strahlend empfingen sie uns mit lautem Geschrei. So glücklich hatte ich meine Gastmutter schon lange nicht mehr gesehen. „Da wir eine sehr große Familie sind, gibt es nur wenige Gelegenheiten, bei denen wir uns alle treffen. Außerdem bin ich die Einzige, die nicht in Kanada lebt, und sehe daher meine Familie besonders selten,“ erklärte sie mir.

Während meine Gastmutter das sagte, erinnerte ich mich daran, dass sie mir schon einmal erzählt hatte, dass sie ihre Familie und ihr Heimatland sehr vermisse. Ich dachte daran, wie es wohl für mich wäre, in einem anderen Land zu leben. Ich hatte zwar bereits ein Jahr in den USA und eins in Nicaragua verbracht, aber das war immer nur ein absehbarer Zeitraum gewesen.

Natürlich hatte ich ab und zu meine Familie, meine Freundinnen und Freunde und manchmal auch einfach nur Deutschland an sich vermisst. Aber dadurch, dass ich immer wusste, dass ich viel zu bald schon wieder in meine Heimatstadt zurückkehren würde, hatte mich das Heimweh nie wirklich gepackt. Jedoch für immer in einem anderen Land zu leben, immer die Fremde zu sein und nur alle zwei Jahre (wenn überhaupt) für ein paar Wochen meine Familie zu sehen, das wäre etwas ganz anderes.

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