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FSJ in Tschechien

Die tschechische Sprache — ein Intro vorab

Autor:
Inga

Rubrik:
studium

26.08.2010

In der Schule galt ich als sprachbegabt. Ich war ein Tor, glaubte das und bildete mir mächtig viel darauf ein. Sprachliche LKs, eine Leidenschaft für Französisch und ein ganz passables Italienisch ließen mich glauben, keine Sprache sei zu schwer für mich.

Ein Blick in die Tschechische Grammatik belehrt mich schlagartig eines besseren: Kein Latein, Grammatik immer nur so nebenher erledigt, kurzum: Ich war vollkommen aufgeschmissen. Mich schockierten die sieben Fälle, vom Vokativ hatte ich nie etwas gehört, geschweige denn vom Lokativ, und die selbst die Vergleiche mit der deutschen Grammatik ließen mich an meine Grenzen stoßen. Ich sitze also völlig verzweifelt und mit zerstörtem Selbstbild am Schreibtisch und versuche, den  Unterschied zwischen dem perfektiven und dem imperfektiven Aspekt, den belebten und den unbelebten Substantiven, den verschiedenen Konjugationen und den unzähligen Deklinationsendungen auch nur im Ansatz zu verstehen.

Relativ bald entdeckte ich, dass das (zumindest alles auf einmal) eine Mission Impossible war, und ich versuchte mich an der Aussprache, die mir bislang in jeder Sprache mehr Vergnügen bereitet hatte als die Grammatik. Ich gab mir unendlich viel Mühe, mir nicht meine Zunge zu verknoten und auch die Bewässerung meines Schreibtisches in Grenzen zu halten, doch wieder scheiterte ich: Die tschechische Sprache scheint nur aus Konsonanten zu bestehen! An der Rechtschreibung versuche ich mich erst gar nicht; Buchstaben wie ø š ù ? ý í é ò schwirren mir nur so im Kopf herum …

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