interaktiv

FSJ in Nicaragua

Gedanken an die Heimreise

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

10.09.2010

Als wir wieder in Texas waren, blieben mir noch sechs Tage bis zu meiner Heimreise. Es war ein komisches Gefühl an zu Hause zu denken. Deutschland war nicht mehr mein einziges Zuhause. Bereits vor vier Jahren war San Antonio zu meiner zweiten Heimat geworden, und nachdem ich ein Jahr in Nicaragua gelebt hatte, empfand ich auch dieses kleine Land in Mittelamerika als meine Patria.

Ich dachte daran, wie es für mich gewesen war, nach meinem Auslandsjahr in Texas zurückzukommen. Hart ist wohl das beste Wort, um die Zeit in der zwölften Klasse zu beschreiben. Es war alles so anders gewesen. Ich hatte mich verändert, während das Leben in Deutschland seinen normalen Trott weiter gegangen war. Dazu kamen die ganzen Emotionen: Das Fernweh, die Angst von meinen FreundInnen in San Antonio vergessen zu werden, und das Gefühl, so gut wie niemanden in Deutschland zu haben, der einen verstehen konnte.

Mir graust es bei dem Gedanken, all das noch einmal durchleben zu müssen. Natürlich hatte mir meine Anti-Deutschland-Haltung nicht gerade bei der Wiedereingewöhnung geholfen. Einfach alles hatte ich kritisiert. Die „miesepetrigen, unfreundlichen“ Deutschen und das graue, nasskalte Herbstwetter, um nur zwei Bespiele zu nennen. Ich nahm mir fest vor, dieses Mal mit einer positiveren Einstellung nach Bayern zurückzukehren.

 

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