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FSJ in Tschechien

Wer bin ich eigentlich und was mache ich hier überhaupt?!

Ein Freiwilligendienst an einer Grundschule in Tschechien? Wie geht das denn?
Ganz einfach: Über kulturweit und das Goethe-Institut Prag, das mich an die Schule vermittelte. Und dort stehe ich jetzt, mal in der ersten, mal in der dritten Klasse, spreche kein Wort Tschechisch, ein wenig Englisch und total überflüssigerweise ziemlich gut Italienisch und Französisch.

Ich war mehr als einmal höchst erleichtert, „nur“ die Sprachassistenz zu sein, das heißt, ich muss keinen eigenständigen Unterricht machen (das wäre ja auch völlig unmöglich so ganz auf Deutsch). Und doch: In der Klasse 3B stehe ich regelmäßig alleine vor meinen 18 Schützlingen und dann heißt es, improvisieren! Erklär mal Mathefußball und Eckenrechnen mit Händen und Füßen!

Oft stehe ich auch einfach daneben und versuche dem Unterricht zu folgen. Das ist nicht ganz einfach, denn jeden Moment kann es heißen: Paní uèitelka! – Inga macht jetzt dies und das mit euch. Dann stürmen plötzlich mindestens acht Kinder auf einmal auf mich zu, umarmen mich irgendwo auf Kniehöhe und erwarten etwas von mir. Was, das ist mir vollkommen schleierhaft, schließlich habe ich nichts von der vorangegangenen Erklärung auf Tschechisch verstanden. Meistens zähle ich dann mit den Kindern auf Deutsch, bis ich endlich annähernd weiß, was in etwa getan werden soll.

So sieht die muttersprachliche Assistenz an einer Grundschule aus und so, oder ähnlich, werde ich wohl die nächsten zwölf Monate verbringen. Aber irgendwann, so hoffe ich, werde ich zumindest die Arbeitsanweisung auf Tschechisch verstehen …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 7, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 7, 2010

FSJ in Nicaragua

Wie soll es jetzt weitergehen?

Während ich in Nicaragua war, hatte ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie es nach meinem Freiwilligendienst weitergehen sollte. Lateinamerikawissenschaften studieren oder doch lieber eine Ausbildung zur Tanztherapeutin machen? Oder sollte ich mich gar für ein völlig anderes Studium wie Orientalistik entscheiden?

Das Wirrwarr in meinem Kopf hatte sich nach meinem Freiwilligen Sozialen Jahr nicht etwa gelegt (wie ich gehofft hatte), sondern war nur noch größer geworden. Nach langem Überlegen war ich zu dem Entschluss gekommen, erst einmal ein Praktikum im Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Erlangen zu machen. So würde ich einen Blick hinter die Kulissen der Partnerschaftsarbeit zwischen San Carlos und Erlangen werfen können. Und danach hoffentlich wissen, ob dieser Arbeitsbereich etwas für mich wäre und dementsprechend vielleicht auch mein Studium wählen.

Mit Conni, der Städtepartnerschaftsbeauftragten, hatte ich verabredet, dass ich erst circa zwei Wochen nach meiner Ankunft in Deutschland mit dem Praktikum beginnen sollte, damit ich zuvor ein wenig Zeit zum Eingewöhnen in der vertrauten und doch so fremden Heimat hätte.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 6, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 6, 2010

FSJ in Tschechien

Auf und davon ?

Samstagmorgen, kurz nach sieben. Es ist noch dunkel. Draußen läuft der Motor unseres Škodas, der mich in wenigen Minuten quer durch Deutschland in meine neue Heimat bringen soll: Liberec, Liberecky kraj, Èeská republika.
Gut, dass die Zeit drängt, das verkürzt Sentimentalitäten. Eine kurze Runde durchs Haus, ein wehmütiger Blick auf mein Bett, eine feste Umarmung meiner Schwester – das war’s. Weihnachten bin ich ja wieder da. Bis dahin sind es „nur“ drei Monate.
Ich weiß noch nichts über meine Unterkunft und bin nicht mal wirklich nervös. Das ist ein schlechtes Zeichen. Irgendwo auf der Autobahn schlafe ich ein, meine Mutter fährt. Der Kofferraum ist mit zwei Koffern und einem Karton ziemlich voll, aber wozu gönnt man sich sonst den Luxus mit dem Auto „auszureisen“?
Ich hatte mit meiner Mentorin wieder nur einen Treffpunkt ausgemacht, letztes Mal hatte das so gut geklappt, dass wir den Versuch wagten, es bei „um halb sieben vor dem Supermarkt Albert“ zu belassen. Immerhin hatte ich dieses Mal ihre Handynummer, sodass mir ziemlich unbegründet der Schweiß auf der Stirn stand, als wir kurz vor Dresden mehr als zwei Stunden im Stau standen.
Wie durch ein Wunder kamen wir nach elfstündiger Reise (mit Pausen) rechtzeitig in Liberec an. Ich wurde in meine Unterkunft geführt und kaum, dass ich ein manierliches Bad und ein augenscheinlich überaus bequemes Bett sah, wurde ich sterbensmüde. Mit letzter Kraft räumte ich die Koffer aus, richtete alles halbwegs wohnlich her und gab Mutter alles Überflüssige wieder mit zurück. Auch die Bettwäsche. Letzteres war ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte…

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 29, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 29, 2010