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FSJ in Nicaragua

Endlich grünes Licht!

Als ich Ruth aus Nicaragua von meiner Idee erzählte, wurde sie ganz aufgeregt. Ich warnte sie aber, sich nicht zu früh zu freuen. Ich hatte ja noch nicht einmal der Städtepartnerschaftsbeauftragten von unserer Idee erzählt. Außerdem wusste ich, dass man die Bürokratie in Deutschland nicht unterschätzen sollte. Ich versprach ihr jedoch, noch am selben Tag ins Internet-Café zu gehen und an das Erlanger Rathaus eine E-Mail zu schicken. Das war im Oktober 2008.

Eine Zeit des Bibberns und Daumen-Drücken begann. Lange hörten wir nichts aus Deutschland. Vergebens ging ich Tag für Tag meine Mails checken. Erst anderthalb Monate später erzählte mir meine Mutter am Telefon, dass den Verantwortlichen der Städtepartnerschaft meine Idee gefiel, doch dass es so aussähe, als ob es zu teuer wäre und, dass man einen offiziellen FSJ-Träger finden müsste, der die Organisation und die Kosten übernähme.

Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, bekamen wir im Juni 2009, ein paar Tage bevor ich aus Nicaragua abreiste, grünes Licht. Es hatte geklappt! Ruths Jubel war unbeschreiblich. Endlich waren die Monate der Ungewissheit vorbei. Ihr Leben hatte wieder eine Perspektive. Und was für eine!

Neben einigen Privatpersonen und anderen Institutionen, wie der VHS und den Erlanger Stadtwerken, hatte sich die Neustädter Kirchengemeinde mit ihrem Dritte Welt Laden dazu bereit erklärt, Träger des FSJs zu werden und sich somit an den Hauptkosten zu beteiligen. Und eine Familie aus unserem Freundeskreis freute sich darauf, Ruth für ein Jahr als ihr Gastkind bei sich aufzunehmen.

So reiste ich aus Nicaragua mit dem Wissen ab, dass ich in drei Monaten meine beste Freundin aus San Carlos schon wieder sehen würde. So fiel mir der Abschied nicht ganz so schwer.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 18, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 18, 2010

FSJ in Tschechien

Check out Czech (1)

Bevor ich meine neue Heimat im Alleingang unsicher machen wollte, las ich mir noch einmal die wichtigsten Tschechisch-Sätze zum Auswendiglernen durch. Mein Reiseführer war zwar etwas merkwürdig und fand Sätze wie „bitte etwas gegen Durchfall!“ wichtiger als etwa die Frage „Sprechen Sie Englisch?“, doch es gelang mir bald ein paar brauchbare Phrasen sicher wiederzugeben.

Dann machte ich mich an die Währung. Ein Euro sind in etwa 25 tschechische Kronen. Das ist zu viel für Mathe-Minimal-Könner wie mich. Wohl eine Viertelstunde lang saß ich am Schreibtisch und tippte. Tippte wirre Zahlen in den Taschenrechner und dividierte, multiplizierte, subtrahierte und addierte alles mit 25. Als ich plötzlich Zahlen im zweistelligen Tausenderbereich erhielt, war ich so verzweifelt, dass ich kurz daran dachte, den Tipp meines alten Mathelehrers aus der siebten Klasse anzuwenden: „Rechnet einfach alles mal Pi.“

Irgendwann setzte mein eher praxisorientierter als logischer Menschenverstand ein und sagte mir: Du gehst jetzt los, komme, was da wolle. Also zog ich, einen Geldschein in der Tasche, von dem ich nicht wusste, ob ich ihn auf drei oder 120 Euro schätzen sollte, in die Stadt und fühlte mich bestens gewappnet! Ein Trugschluss, wie sich später herausstellte …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 13, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 13, 2010

FSJ in Nicaragua

Warum nicht auch ein FSJ für Nicas?

In einem meiner ersten Blogs „Nur drei aus Millionen Geschichten (Teil 1)“ hatte ich von meiner besten Freundin Ruth berichtet. Auf Grund eines Rechtschreibfehlers in ihrem Abiturzeugnis – sie hatten ihren Nachnamen Benavidez am Ende mit „s“ anstelle von „z“ geschrieben – war das Dokument ungültig geworden. Da sie leider nicht das Geld zur Korrektur des Fehlers hatte, konnte sie nun schon das dritte Jahr nicht studieren, sondern arbeitete bei ihrer Tante als Hausmädchen und verdiente umgerechnet circa 20 Euro im Monat.

Jedes Mal, wenn sie mir davon erzählte, wie gerne sie Psychologie studieren wollte, aber anstelle dessen nur als Putzfrau und Nanny arbeiten konnte, wurde ich wütend und traurig über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Irgendetwas müsste ich doch wenigstens für sie tun können.

Als wir eines Tages über ihre Zeit in Deutschland sprachen – sie hatte 2008 ein Stipendium für einen dreiwöchigen Jugendaustausches mit der Stadt Nürnberg bekommen – und sie mir sagte, dass es ihr Traum sei, eines Tages zurückzukehren, kam mir eine Idee. Warum eigentlich gingen immer nur Erlanger Jugendliche für längere Zeit nach Nicaragua? Warum kam nicht auch ein Sancarleño oder eine Sancarleña für ein Jahr nach Deutschland? Sollte eine Partnerschaft nicht auf Gegenseitigkeit beruhen? Außerdem konnte so ein FSJ doch gar nicht so teuer sein. Bezahlen müsste man doch eigentlich nur den Flug, das Visum, eine Versicherung und ein bisschen Taschengeld. Also mehr als 3.000 Euro konnte das Ganze nicht kosten, dachte ich mir.

 

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 11, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 11, 2010