interaktiv

FSJ in Nicaragua

Endlich grünes Licht!

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

18.10.2010

Als ich Ruth aus Nicaragua von meiner Idee erzählte, wurde sie ganz aufgeregt. Ich warnte sie aber, sich nicht zu früh zu freuen. Ich hatte ja noch nicht einmal der Städtepartnerschaftsbeauftragten von unserer Idee erzählt. Außerdem wusste ich, dass man die Bürokratie in Deutschland nicht unterschätzen sollte. Ich versprach ihr jedoch, noch am selben Tag ins Internet-Café zu gehen und an das Erlanger Rathaus eine E-Mail zu schicken. Das war im Oktober 2008.

Eine Zeit des Bibberns und Daumen-Drücken begann. Lange hörten wir nichts aus Deutschland. Vergebens ging ich Tag für Tag meine Mails checken. Erst anderthalb Monate später erzählte mir meine Mutter am Telefon, dass den Verantwortlichen der Städtepartnerschaft meine Idee gefiel, doch dass es so aussähe, als ob es zu teuer wäre und, dass man einen offiziellen FSJ-Träger finden müsste, der die Organisation und die Kosten übernähme.

Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten, bekamen wir im Juni 2009, ein paar Tage bevor ich aus Nicaragua abreiste, grünes Licht. Es hatte geklappt! Ruths Jubel war unbeschreiblich. Endlich waren die Monate der Ungewissheit vorbei. Ihr Leben hatte wieder eine Perspektive. Und was für eine!

Neben einigen Privatpersonen und anderen Institutionen, wie der VHS und den Erlanger Stadtwerken, hatte sich die Neustädter Kirchengemeinde mit ihrem Dritte Welt Laden dazu bereit erklärt, Träger des FSJs zu werden und sich somit an den Hauptkosten zu beteiligen. Und eine Familie aus unserem Freundeskreis freute sich darauf, Ruth für ein Jahr als ihr Gastkind bei sich aufzunehmen.

So reiste ich aus Nicaragua mit dem Wissen ab, dass ich in drei Monaten meine beste Freundin aus San Carlos schon wieder sehen würde. So fiel mir der Abschied nicht ganz so schwer.

 

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