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FSJ in Tschechien

Von der Schwierigkeit, sich eine tschechische SIM-Karte zu besorgen

Ich sage es ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung von Technik. Weder von Radios oder Fernsehgeräten, noch von Computern, Handys etc. Nicht nur die unzähligen, völlig verworrenen und verschrobenen Preise und Tarife verwirren mich zutiefst, nein, es reicht schon, wenn etwas blinkt, leuchtet, summt, piepst und mit in der Regel viel zu kleinen Tasten ausgestattet ist, die mich nur dazu auffordern, das komplette technische Wunderwerk in Sekundenschnelle zum Absturz oder Totalschaden zu bringen.

iPod, iPad, iPhone und was es sonst noch iTechnisches gibt, besitze ich nicht und würde es wohl auch nicht lange besitzen. Zu meinem Laptop-Glück zwang mich mein Bruder und mein erstes und einziges Handy bekam ich vor sieben Jahren zu Weihnachten. In dieses uralte Handy setzte ich also meine gerade erworbene tschechische SIM-Karte, tippe zweimal hintereinander die falsche PIN ein (neue SIM-Karte bedeutet auch neue PIN – das dauert etwas länger in meinem Vorderstübchen), schaffe es dann aber doch, dass das Handy lädt und dann, dann passierte nichts. Nichts!

Entnervt steuerte ich zum dritten Mal an diesem Tag den Händler an (das wird hier noch mein bester Freund!) und zeigte hilflos auf mein Handy. Freundlich wurde ich einen Laden weiter geschickt. Meine Laune besserte sich nicht gerade, als ich feststellte, dass ich in diesem Laden vor kaum zehn Minuten in meinem etwas mittelmäßigen Englisch versucht hatte, ein Handy mit Bluetooth zu finden. Und richtig, der Verkäufer unterdrückte mit Mühe ein Stöhnen, als ich es wieder auf Englisch probierte. Mein Handy schien allerdings auch ohne Worte Bände zu sprechen, denn als er das alte Modell sah, lachte er mich schlichtweg aus und gab mir zu verstehen, dass ich mit diesem Funkgerät im 21. Jahrhundert verloren hatte. Dankeschön.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 27, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 27, 2010

FSJ in Nicaragua

Willkommen in Deutschland

Ruths Flug nach Deutschland wurde für den 15. September gebucht. Sie hatte schreckliche Angst, alleine nach Frankfurt zu fliegen und sich auf einem der riesigen Flughäfen zu verlaufen. Zum Glück hatte sie ein deutsches Mädchen in San Carlos getroffen, die zufällig genau mit demselben Flug nach Frankfurt fliegen würde und anschließend auch mit dem Zug nach Nürnberg fahren wollte.

Für uns hier in Erlangen war das natürlich auch praktisch, da wir so nicht nach Frankfurt, sondern nur nach Nürnberg mussten, um sie abzuholen. Ich hatte angeboten, diesen Teil zu übernehmen, da ich es kaum erwarten konnte, sie wieder zu sehen.

Vor ihrer Ankunft hatte ich schon ein Willkommensschild gemalt und einen Kuchen gebacken. Am 15. September kaufte ich schließlich noch einen Strauß mit Sonnenblumen. Wenn sie schon an so einem grauen und verregneten Tag ankommen musste, dann sollte sie wenigstens einen schönen, bunten Strauß bekommen.

Um Punkt elf fuhr der Zug am Nürnberger Bahnsteig ein. Als die Leute ausstiegen, blickte ich aufgeregt um mich, doch ich konnte sie weit und breit nicht sehen. Erst, als ich schon befürchtet hatte, sie hätte den Zug verpasst oder irgendetwas anderes sei schief gelaufen, sah ich sie, über beide Ohren strahlend, auf mich zurennen.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 25, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 25, 2010

FSJ in Tschechien

Check out Czech (2)

Den Weg in die Innenstadt hatte ich natürlich TOTAL unterschätzt, nach einer Stunde war ich ziemlich verschwitzt, sah einen McDonalds und legte mal eben fest, dass das Stadtzentrum damit erreicht war. Todesmutig und gewillt, mein Tschechisch hier an den Mann zu bringen, bestellte ich einen „Cheeseburger“ und einen „McSundae“ und bemerkte resigniert, dass DAS meine Sprachkenntnisse nicht unbedingt überforderte. Man lernt eben in einer globalisierten Welt nicht überstürzt seinen Sprachführer auswendig.

Die zweite Lektion kam mit dem Bezahlen. Die Kassiererin hatte natürlich sofort geschnallt, dass ich hier nicht heimisch war und nannte mir in perfektem Englisch den Preis: 50 Kronen. Ich erschrak heftig, beherrschte mich aber sofort wieder und zog einen Schein aus dem Portemonnaie, von dem ich hoffte, er würde ausreichen.

Als Wechselgeld (von immerhin 50 Kronen) erwartete ich einen nicht minder großen Schein und war ziemlich verdutzt, als mir die Frau eine zwei-Euro-Stück ähnliche Münze gab. Ich hoffte auf die Ehrlichkeit der Menschheit (die Frau hätte mir auch einen Metallknopf zurückgeben können – ich hätte es nicht gemerkt), ließ die Münze in die Tasche fallen und verließ das Schnellrestaurant. Erst später stellte ich fest, dass auf der Münze eine winzig kleine 50 stand. Jetzt verbringe ich die Nachmittage in meinem neuen Zuhause und lerne Münzen auswendig …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 19, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 19, 2010