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FSJ in Tschechien

Was man nicht alles waschen kann ...

Irgendwann ließ es sich nicht länger aufschieben: Der Wäscheberg in meinem Zimmer wurde größer und größer und schaute mich jeden Tag vorwurfsvoller an. Also ging ich zur Rezeption (natürlich erwischte ich wieder einen Portier, der kein Wort Englisch sprach) und stammelte „Sorry, kde je praèka?“, erntete ein mitleidiges Lächeln und wurde in ein dunkles Kabuff mit Waschmaschine geführt. Die Maschine sah zwar aus, als entstamme sie einem längst vergangenen Zeitalter und ich vertraute ihr nur ungern meine heißgeliebten T-Shirts an, aber was sein muss, muss sein.

Euphorisch über den Minimalerfolg (ich hatte mich verständigen können!) eilte ich in mein Zimmer, holte Waschmittel, alle dunklen Hemden und was sich noch so angesammelt hatte und stürmte zurück zur Waschmaschine. Stecker rein, Klamotten in die Trommel, anstellen, fertig. So dachte ich mir das zumindest … Falsch gedacht, denn die nächste halbe Stunde verbrachte ich mit meinem Wörterbuch vor der Maschine hockend und Waschgänge übersetzend. Ich fand kein einziges Wort in meinem sonst so zuverlässigen Wörterbuch und bald fand ich auch den Grund des Übels heraus: Die Tschechen haben anscheinend nichts Besseres zu tun, als selbst die Aufschriften auf der Waschmaschine zu deklinieren!!

Ich stöhnte, begann von vorne und verstand nach und nach den Sinn der einzelnen Programme: Waschen ist schließlich überall auf der Welt dasselbe! Doch bei einem Wort stutzte ich: „prani“. Alles lief darauf hinaus, die Maschine auf „prani“ einzustellen, ich tat es gutgläubig und schlug erst hinterher im Wörterbuch nach – das ominöse Wort hieß auf Deutsch „Geldwäsche“!

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 3, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 3, 2010

FSJ in Tschechien

Von der Schwierigkeit, sich eine tschechische SIM-Karte zu besorgen

Ich sage es ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung von Technik. Weder von Radios oder Fernsehgeräten, noch von Computern, Handys etc. Nicht nur die unzähligen, völlig verworrenen und verschrobenen Preise und Tarife verwirren mich zutiefst, nein, es reicht schon, wenn etwas blinkt, leuchtet, summt, piepst und mit in der Regel viel zu kleinen Tasten ausgestattet ist, die mich nur dazu auffordern, das komplette technische Wunderwerk in Sekundenschnelle zum Absturz oder Totalschaden zu bringen.

iPod, iPad, iPhone und was es sonst noch iTechnisches gibt, besitze ich nicht und würde es wohl auch nicht lange besitzen. Zu meinem Laptop-Glück zwang mich mein Bruder und mein erstes und einziges Handy bekam ich vor sieben Jahren zu Weihnachten. In dieses uralte Handy setzte ich also meine gerade erworbene tschechische SIM-Karte, tippe zweimal hintereinander die falsche PIN ein (neue SIM-Karte bedeutet auch neue PIN – das dauert etwas länger in meinem Vorderstübchen), schaffe es dann aber doch, dass das Handy lädt und dann, dann passierte nichts. Nichts!

Entnervt steuerte ich zum dritten Mal an diesem Tag den Händler an (das wird hier noch mein bester Freund!) und zeigte hilflos auf mein Handy. Freundlich wurde ich einen Laden weiter geschickt. Meine Laune besserte sich nicht gerade, als ich feststellte, dass ich in diesem Laden vor kaum zehn Minuten in meinem etwas mittelmäßigen Englisch versucht hatte, ein Handy mit Bluetooth zu finden. Und richtig, der Verkäufer unterdrückte mit Mühe ein Stöhnen, als ich es wieder auf Englisch probierte. Mein Handy schien allerdings auch ohne Worte Bände zu sprechen, denn als er das alte Modell sah, lachte er mich schlichtweg aus und gab mir zu verstehen, dass ich mit diesem Funkgerät im 21. Jahrhundert verloren hatte. Dankeschön.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 27, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 27, 2010

FSJ in Nicaragua

Willkommen in Deutschland

Ruths Flug nach Deutschland wurde für den 15. September gebucht. Sie hatte schreckliche Angst, alleine nach Frankfurt zu fliegen und sich auf einem der riesigen Flughäfen zu verlaufen. Zum Glück hatte sie ein deutsches Mädchen in San Carlos getroffen, die zufällig genau mit demselben Flug nach Frankfurt fliegen würde und anschließend auch mit dem Zug nach Nürnberg fahren wollte.

Für uns hier in Erlangen war das natürlich auch praktisch, da wir so nicht nach Frankfurt, sondern nur nach Nürnberg mussten, um sie abzuholen. Ich hatte angeboten, diesen Teil zu übernehmen, da ich es kaum erwarten konnte, sie wieder zu sehen.

Vor ihrer Ankunft hatte ich schon ein Willkommensschild gemalt und einen Kuchen gebacken. Am 15. September kaufte ich schließlich noch einen Strauß mit Sonnenblumen. Wenn sie schon an so einem grauen und verregneten Tag ankommen musste, dann sollte sie wenigstens einen schönen, bunten Strauß bekommen.

Um Punkt elf fuhr der Zug am Nürnberger Bahnsteig ein. Als die Leute ausstiegen, blickte ich aufgeregt um mich, doch ich konnte sie weit und breit nicht sehen. Erst, als ich schon befürchtet hatte, sie hätte den Zug verpasst oder irgendetwas anderes sei schief gelaufen, sah ich sie, über beide Ohren strahlend, auf mich zurennen.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Oct 25, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Oct 25, 2010