interaktiv

FSJ in Tschechien

Meine Schule im Theater oder wie klein die Welt doch ist

Autor:
Inga

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.11.2010

Für den Dienstag hatte das Goethe-Institut das „Naivni Divadlo“, ein Puppentheater, gemietet. Eine Zusammenkunft von Deutschen, Slowaken und Tschechen, die eins gemeinsam hatten: Deutsch lehren und lernen. So hüpften plötzlich Schüler aller Altersstufen durch das sonst so ruhige Theater und auch ich war mit von der Partie. Nahezu gerührt war ich von dem Auftritt „meiner“ Klasse 2B, die mit herrlichem Akzent deutsche Kinderlieder vorsang.

Fast professionell  waren die Auftritte der Gymnasiasten aus Dolný Kubin (Slowakei) und Bøeclav (Tschechien), denen es gelang, einfache Inhalte äußerst bewegend darzustellen und mittels Tanz und Theater in Szene zu setzen. Doch wirklich am Schönsten war eine Situation ganz abseits des Bühnengeschehens: Ich sitze auf meinem ziemlich unbequemen Platz, rede mit meiner Sitznachbarin auf Deutsch und plötzlich dreht sich der Junge vor uns um und fragt: "Hey, seid ihr auch Deutsche?" Dann leuchtet etwas durch sein Gesicht und er ruft: "Dich kenn ich doch!" Und richtig, ich erkannte ihn. Er war mit demselben Freiwilligenprogramm unterwegs wie ich und wir hatten uns auf dem Vorbereitungsseminar gesehen.

Wir wussten zwar unsere Namen nicht mehr, aber selten habe ich mich so gefreut, einen Unbekannten, der doch irgendwie ein Bekannter war, zu treffen! Es war fast traurig, als er nach der Veranstaltung sofort zurück in die Slowakei aufbrechen musste, aber eins war uns beiden klar: Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht …

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