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FSJ in Tschechien

"Finding myself and Jesus in Czech Republic?

“How old are you?!” Ich wiederholte es zum dritten Mal: „Nineteen!“ Mein Kollege, der für die englische Sprachassistenz zuständig war, schaute noch ungläubiger als zuvor: „You’ve just finished school?!“, schloss er messerscharf und ich bejahte. Wie so viele vor ihm, war anscheinend auch er davon ausgegangen, dass ich zumindest bereits angefangen hätte,  Lehramt zu studieren und fiel nun aus allen Wolken.

„So what are you doing here? Why don’t you go straight to college?” Geduldig versuchte ich es, ihm zu erklären: Ein Freiwilliges Soziales Jahr, nein, keine Zwangsarbeit, freiwillig!
Allmählich schien es ihm zu dämmern und er lachte mich in seiner amerikanisch-lockeren Art an: „Finding yourself and Jesus in Czech Republic!“ Ich stutze, schaute ihn an und verstand, was er meinte. „Ja“, bestätigte ich ihm nun ebenfalls lachend, „exactly.“


Den Rest der Stunde erzählte er mir von New Mexico, seiner Heimat, von seinen Eindrücken vom Kölner Dom und New York sowie der Wassertemperatur des Michigansees. Er fiel fast vom Stuhl, als ich ihm erklärte, dass ich (als Deutsche, wie er betonte) noch nie in den Alpen gewesen war und, dass man im Sommer in der Nordsee baden kann. Letztlich machte er sich über meinen, seiner Auffassung nach, penibel ordentlichen Tafelanschrieb (er war ziemlich chaotisch und durcheinander) lustig, meinte, mein Unterricht sei typisch deutsch und verschwand mit diesen viel sagenden Worten ins Wochenende …

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 18, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 18, 2010

FSJ in Nicaragua

Nicht nur wie im Film!

Ich war so glücklich, als ich Ruth in meine Arme schloss. Auf der einen Seite waren die drei Monate super schnell vergangen, aber auf der anderen Seite kam es mir schon fast wie eine halbe Ewigkeit vor, dass ich meine beste Freundin aus Nicaragua zuletzt gesehen hatte. Sie hatte mir wirklich gefehlt. Unsere Gespräche über Gott und die Welt, ihr verrücktes Lachen und manchmal sogar ihr Dickkopf, über den ich mich so oft beschwert hatte. Und jetzt stand sie tatsächlich vor mir. Hier in Deutschland. Wie viele Male hatten wir uns ausgemalt, wie es wohl sein würde, zusammen in dieser ganz anderen Welt zu sein! Wir hatten Stunden damit verbracht, Listen zu erstellen, auf die wir all die Dinge setzten, die wir zusammen unternehmen wollten. Und jetzt war es endlich soweit.

Während wir nach Hause fuhren, erzählte sie mir aufgeregt von ihrer Reise und, dass sie noch nie so einen modernen Zug gesehen hatte – sie war von Frankfurt aus mit dem ICE gefahren. „Es gab sogar ein richtiges Restaurant! Ich kam mir vor wie in einem Film. Dieser Zug sah fast wie ein Flugzeug aus mit seiner spitzen Schnauze“, meinte sie begeistert.

Autor: Esther  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 17, 2010
Autor: Esther
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 17, 2010

FSJ in Tschechien

"imatrikulace"

„Montag, Montag, Dienstag, Dienstag, Mittwoch, Mittwoch, Donnerstag! Freitag, Freitag, Samstag, Samstag, Sonntag, Sonntag, den ich mag!“
Es ist kein langer Text, nicht besonders schwierig und auch die Melodie stellt keine übermäßige Herausforderung dar und doch: Nicht nur die Kleinen aus der 1B platzen vor Stolz, wenn sie „ihr“ Lied anstimmen, auch ich freue mich riesig über jeden Vokal, der nicht typisch tschechisch kurz und abgehackt, sondern schön lang und in sich geschlossen ertönt.

Was war das für eine Arbeit, ihnen den Montag mit seinem langen runden „o“ beizubringen. Auch über Donnerstag stolperten viele kleine Zungen immer und immer wieder. Irgendwann war aber auch diese Hürde überwunden, wir näherten uns dem Ziel, der Rest konnte ja so schwierig nicht sein. Welch ein Irrtum! An dem kleinen Wörtchen „den“ drohte die ganze Sache zu scheitern. Immer wieder versuchte ich ihnen ein langes „e“ zu verklickern: „E wie Esel, nicht wie Ente!“ Schließlich waren sie so verwirrt, dass man von „den“ über „diiin“ bis zu „dänn“ alle Varianten hören konnte und ich gab es auf.

Insgeheim machte mir der fürchterliche tschechische Akzent Spaß und die Lehrer hier sprachen ja selber so. Bei der Generalprobe in der Turnhalle war ich stolz auf „meine“ Kleinen. Morgen würden sie in einer symbolischen „imatrikulace“ ihren Eltern und Verwandten präsentieren, was sie in den ersten vier Wochen Schule gelernt hatten, ein Immatrikulationszeugnis von der Direktorin erhalten und wahrscheinlich vor Rührung in Tränen zerfließen. Die „imatrikulace“ ist Tradition an meiner Grundschule, wird jedes Jahr pathetisch zelebriert und von vielen Seiten schlicht belächelt. Von mir auch.

Autor: Inga  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Nov 16, 2010
Autor: Inga
Rubrik: auszeit nach dem abi
Nov 16, 2010